Krankenhaus-Auswahl soll leichter werden
Kabinett verabschiedet Gröhes Krankenhausreform

In Deutschland gibt es rund 2000 Krankenhäuser. Das geeignete zu finden, ist jedoch schwierig. Qualitätsberichte gibt es, doch für Patienten sind sie kaum verständlich. Gesundheitsminister Hermann Gröhe will das ändern.
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BerlinDas Bundeskabinett hat am Mittwoch die Krankenhausstrukturreform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verabschiedet. Danach müssen die rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland künftig mit Abschlägen rechnen, wenn ihnen fortgesetzt Qualitätsmängel nachgewiesen werden. Dies kann bis hin zu einer Umwidmung eines Hauses oder zur Schließung führen. Besonders gute Qualität soll entsprechend höher vergütet werden.

Um die Reform zu finanzieren, soll ein Strukturfonds mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro geschaffen werden. Dafür sollen 500 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfonds aufgebracht werden. Die Länder sollen dies mit weiteren 500 Millionen Euro gegenfinanzieren. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Gröhe erklärte: „Patienten müssen sich auf eine gute Versorgung im Krankenhaus verlassen können. Deshalb stärken wir die Spitzenmedizin und sorgen dafür, dass sich besonders gute Qualität künftig auch finanziell lohnt. Außerdem bringen wir mehr Pflegepersonal ans Krankenbett.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mit ein wenig Sachverstand fällt es wirklich schwer, hierin eine "Reform" zu erkennen. Es sind einige anmutig gedrechselte Absichtserklärungen und sehr viel lauwarme Luft.
    Nichts davon bringt eine Verbessserung für Patienten, schon gar nicht für die Mitarbeiter der Krankenhäuser. Sieht man sich die aktuelle Krankenhausstatistik (DKG) an, sieht man, wo Reformen wirklich sinnvoll wären:
    Seit 2000 sind die Fallzahlen um 15% gestiegen, die Zahl der Beschäftigten im Krankenhaus jedoch nur um 0,4%. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Pflegenden um 6,5% gesunken. Kurz: bei ständig wachsenden Fallzahlen (behandlungsbedürftige Patienten) hat sich das Verhältnis Arzt/Pflege seit 2000 von 1:3 auf 1:2 verschoben.
    Wenn man jetzt noch die Realität der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch Pflegefachkräfte hinzunimmt, kann man sich die Folgen dieser besorgniserregenden Entwicklung, bei einer ständig älter und kränker werdenden Gesellschaft, an zwei Fingern abzählen.
    Die Reform wird diesen katstrophalen Trend noch verstärken, denn was hier vollmundig mit "außerdem bringen wir mehr Pflegepersonal ans Krankenbett" getönt wird, war vermutich nur ein Buchstabendreher und sollte heißen ..:"bringen wir mehr Pflegepersonal ins Krankenbett".

    Und dann noch das i-Tüpfelchen: Finanzieren sollen das ganze Paktet nur die gesetzlich Versicherten!

  • Ein Qualitätsbericht MUSS auch die Reinigung erfassen.
    Genau hier können Keime von einem Zimmer zum nächsten transportiert werden, wenn nicht die Hygienevorschriften peinlich genau eingehalten werden. Damit ist das untere Ende der Hierarchie direkt involviert - aber bislang in der Krankenhausreform nicht gemeint.

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