Krankenhausgesellschaft: Kliniken fehlen über drei Milliarden Euro

Krankenhausgesellschaft
Kliniken fehlen über drei Milliarden Euro

Den Kliniken in Deutschland fehlt Geld, das notwendig wäre, um die Kliniken auf einem modernen Stand zu halten. Zwar seien die Mittel 2013 um 110 Millionen Euro erhöht worden – notwendig sei aber deutlich mehr.
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BerlinDen Kliniken in Deutschland fehlen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) weiterhin jedes Jahr rund drei Milliarden Euro für Investitionen. Dies gehe aus einer neuen offiziellen Umfrage und weiteren Berechnungen hervor. Das Geld fehlt etwa für die Gebäude und die Geräte.

DGK-Hauptgeschäftsführer Georg Baum sagte, die Länder stellten 2,72 Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereit. Dies liege weit unter dem Niveau, das notwendig wäre, die Kliniken auf einem modernen Stand zu halten.

Zwar seien die Mittel 2013 um 110 Millionen Euro erhöht worden. „Notwendig wären nach Einschätzung aller Experten mindestens sechs Milliarden Euro“, betonte er aber. „Jedes Jahr fehlen somit weit über drei Milliarden Euro.“ Hintergrund ist, dass die Länder für diese Mittel zuständig sind; den laufenden Betrieb bezahlen im wesentlichen die Krankenkassen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Grund für die Misere in den Kliniken sind die falschen Weichenstellungen unseres Gesundheitssystems mit Fallpauschalen, die Ärzte dazu zwingt, Patienten nur noch als Kostenfaktor zu sehen, was zu blutigen, also verfrühten Entlassungen und durch den permanenten Zeitdruck von Ärzten und Personal zu systembedingten Fehldiagnosen führt. Die Ausrichtung des Systems hat schon jetzt zu einer inhumanen Apparatemedizin geführt, die durch den ständig steigenden Bürokratieaufwand noch verschärft wird. Patienten werden nur noch pauschal verwaltet, nicht mehr individuell versorgt. Profitieren tun hiervon allein die Pharmaindustrie und die Medizintechnik, die mit einem überdimensionalen Lobbyistenstab die Politik beeinflussen und kein Interesse daran haben, dass eine Umkehr hin zum Patienten und zum ausführlichen Patientengespräch erfolgt, weil dies viele Medikamente und Eingriffe überflüssig machen würde. Aufgesetzt ist dieses Fehlsystem auf einem mechanistischen Weltbild, das daran glaubt, alles linearlogisch zu analysieren und steuern zu können. Aber die Medizin ist eben keine Naturwissenschaft wie die Physik. Der Ruf nach noch mehr Apparaten verschlimmert das Ganze nur, denn das zieht noch mehr Geld vom Menschen ab und zementiert den Irrglauben daran, dass Menschen maschinengleich therapiert werden können. Es gibt eine Fülle einfachster und doch sehr präziser und zugleich schmerzloser und ungefährlicher Diagnoseverfahren, die aber Zeit und Zuwendung kosten. Beides muss endlich wieder bezahlt werden, sonst ändert sich nichts an der inhumanen Hölle Krankenhaus, aus dem immer mehr Patienten kränker herauskommen (Stichwort etwa resistente Keime) als sie hereingekommen sind.

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