Krankenhausmediziner trennen sich von Dienstleistungsgewerkschaft Verdi
Minister zeigen Verständnis für Ärzte-Protest

Im Tarifkonflikt zwischen den Ärzten der Universitätskliniken und den Bundesländern sind die Finanzminister nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu Zugeständnissen bereit.

BERLIN. In der so genannten Kaminrunde der Finanzministerkonferenz in Berlin hätten die Teilnehmer vergangene Woche allesamt Verständnis für die Ärzte-Proteste gezeigt, berichtet das Magazin.

Im Streit um bessere Arbeitsbedingungen für die 146 000 angestellten und verbeamteten Krankenhaus-Ärzte haben die Mediziner ihre Tarifpartnerschaft mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gekündigt. Schon am morgigen Dienstag wollen die Mediziner in Stuttgart mit der Tarifgemeinschaft der deutschen Länder über einen gesonderten Tarifvertrag für Klinikärzte an den Universitäten verhandeln. Das bestätigte der Vorsitzende des Klinikärzteverbands Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. „Das geht alleine sicher besser als mit ver.di“, fügte der Mediziner hinzu.

Auslöser für den Bruch mit der Gewerkschaft waren die jüngsten Verhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA). Die Arbeitgeber hätten ein Angebot gemacht, wonach ein 28-jähriger verheirateter Arzt über zehn Jahre einen Einkommensrückgang von fünf Prozent zu verkraften gehabt hätte. „Das haben wir abgelehnt“, sagte Montgomery. Verdi hingegen habe ein noch schlechteres Angebot akzeptiert, „und da war für uns die Schmerzgrenze erreicht“. Anfänglich verhandelten die Ärzte gemeinsam mit der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, später mit der Dienstleistungsgewerkschaft verdi.

Verdi bedauerte die Kündigung der Tarifgemeinschaft. Es handle sich aber um „eine Entscheidung, die es zu respektieren gilt“, sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter dem Berliner „Tagesspiegel“ . Allerdings warnte er vor Entsolidarisierung und dem „Versuch, sein Heil in Einzellösungen zu suchen“.

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