Krankenkasse KKH
Deutsche Ärzte greifen zu schnell zum Messer

In Deutschland landen Patienten laut der KKH zu schnell im OP: Die Zahl der Eingriffe sei zwischen 2012 und 2015 enorm gestiegen. Dabei hätten nach Ansicht der Experten viele Operationen vermieden werden können.

Berlin/HannoverDie Kaufmännische Krankenkasse (KKH) beklagt, dass in Deutschland Ärzte zu häufig zum Skalpell greifen. Bei bestimmten Erkrankungen sei ein Großteil der Operationen unnötig, erklärte KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit. Er wies daraufhin, dass sich Patienten in solchen Fällen möglichst eine Zweitmeinung einholen sollten.

„Aus unseren Versicherten-Daten geht hervor, dass zum Beispiel zwischen 2012 und 2015 die Zahl der Eingriffe am Herz um 44 Prozent gestiegen ist. Das ist medizinisch nicht zu erklären“, argumentierte Kailuweit. Ferner könnten nach Expertenmeinung 80 Prozent aller Wirbelsäulen-Operationen vermieden werden.

Bei 81 Prozent der Patienten, die sich eine Zweitmeinung einholten, als ihnen eine OP empfohlen wurde, sei auch nach über einem Jahr keine Rückenoperation notwendig gewesen, so Kailuweit weiter.

Mittlerweile habe sich diese Erkenntnis auch in der Politik durchgesetzt. So sei die Zweitmeinung seit 2015 gesetzlich festgelegte Regelleistung. Allerdings lasse die Richtlinie für eine Konkretisierung dieses gesetzlichen Anspruchs seit Anfang des Jahres auf sich warten. Dadurch würden weitere Zweitmeinungsangebote einzelner Kassen erschwert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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