Krankenkassenbeiträge
Zahlen, zahlen, zahlen

Auf die Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung rollt eine Welle von Beitragssatzerhöhungen zu. Von Januar an müssen Millionen Menschen tiefer in die Tasche greifen. Bis 1,6 Prozentpunkte mehr sind angekündigt. Doch die Betroffenen können reagieren.

HB BERLIN. Auch die beiden größten gesetzlichen Kassen, die Barmer Ersatzkasse und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), gaben jetzt deutliche Steigerungen zum Jahreswechsel bekannt. Die Barmer beschloss eine Anhebung um 0,6 Punkte auf 14,4 Prozent. Damit werden für Barmer-Mitglieder ab Januar insgesamt 15,3 Prozent des Bruttolohns bis zur Bemessungsgrenze fällig - einschließlich des Sonderbeitrags von 0,9 Prozentpunkten, den die Arbeitnehmer alleine zahlen. Die DAK erhöht den Beitragssatz um 0,7 Punkte auf 14,5 Prozent.

Die Spitzenverbände der Krankenkassen hatten zuvor durchschnittliche Anhebungen um 0,7 Prozentpunkte vorhergesagt. Die mitgliederstarken Ortskrankenkassen schlagen allerdings bis zu 1,6 Prozentpunkte - wie in Rheinland Pfalz - auf ihren Satz auf.

Die AOK Hessen beschloss eine Erhöhung ihres Beitragssatzes um 0,5 Prozentpunkte auf dann 15,8 Prozent (einschließlich des Sonderbeitrags der Arbeitnehmer). Auch die AOK Baden-Württemberg erhöht den Beitrag: Er steigt um 0,6 Prozentpunkte und beträgt nun ab 1. Januar 15,4 Prozent. Die AOK Sachsen legte 0,9 Punkte auf 13,8 Prozent zu. Bei den beiden letztgenannten AOK sind die 0,9 Prozent Sonderbeitrag eingerechnet.

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kündigten am Freitag ebenfalls deutliche Erhöhungen an. In Kiel erklärte die AOK, sie werde ihre Beiträge zum 1. Januar 2007 um 0,9 Prozentpunkte zu erhöhen. Damit steigt der allgemeine Beitragssatz auf 15,3 Prozent. Inklusive Sonderbeitrag liegt der Satz für die rund 740 000 Versicherten sogar bei 16,2 Prozent.

Die AOK Mecklenburg-Vorpommern wird ihre Beiträge sogar um einen ganzen Prozentpunkt anheben - von 14 auf 15 Prozent. Mit dem von den Arbeitnehmern allein zu entrichtenden Sonderbeitrag liegt der Beitrag dann faktisch bei 15,9 Prozent.

BEITRAGSERHÖHUNGEN 2007 GROSSER GESETZLICHER KASSSEN
KasseAlter BeitragNeuer BeitragErhöhung Prozentpunkte
Barmer Ersatzkasse13,814,4+ 0,6
DAK13,814,5+ 0,7
Techniker Krankenkasse13,213,5+ 0,3
AOK Bayern13,614,5+ 0,9
AOK Baden-Württemberg13,914,5+ 0,6
AOK Rheinland/Hamburg13,414,3+ 0,9
AOK Sachsen12,012,9+ 0,9
AOK Niedersachsen13,514,1+ 0,6
AOK Westfalen-Lippe13,013,8+ 0,8
KKH13,213,9+ 0,7
AOK Hessen14,414,9+ 0,5
Gmünder Ersatzkasse13,613,9+ 0,3
AOK Rheinland-Pfalz13,915,5+ 1,6
AOK Schleswig-Holstein14,415,3+ 0,9
AOK Mecklenburg-Vorpommern14,015,0+1,0
Quelle: dpa

Gründe für die Beitragserhöhungen sind nach Ansicht der Kassen die steigende Mehrwertsteuer, die Reduzierung der Steuerzuschüsse und die Kostendynamik im Gesundheitswesen. Auch die Gesundheitsreform werde zu einer Belastung der Kassen in Höhe von 450 Millionen Euro führen.

Seite 1:

Zahlen, zahlen, zahlen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%