Deutschland

_

Krankenversicherung: Koalition erwartet stabile Finanzen der Kassen

exklusivAuch ohne Praxisgebühr geht es den Krankenkassen gut. Die Koalition erwartet, dass der Gesundheitsfond auch 2014 die Ausgaben der Kassen voll finanzieren kann.

Koalition: Den Krankenkassen fehlt auch ohne Praxisgebühr kein Geld. Quelle: dapd
Koalition: Den Krankenkassen fehlt auch ohne Praxisgebühr kein Geld. Quelle: dapd

BerlinTrotz der geplanten Kürzung des Steuerzuschusses zum Gesundheitsfonds und der Abschaffung der Praxisgebühr erwartet die Koalition auch über die Bundestagswahl hinaus stabile Krankenkassenfinanzen. „Die Reserven im Fonds werden trotz der am Sonntag beschlossenen Eingriffe bis Ende 2014 nicht unter 8,5 Milliarden Euro sinken,“ sagte CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe).

Anzeige

Dies sei immer noch mehr als doppelt so viel wie die Mindestreserve von 3,4 Milliarden Euro. Damit werde der Fonds auch 2014 die Ausgaben der Kassen voll finanzieren. Die meisten Kassen würden daher weiter ohne Zusatzbeiträge auskommen.

Krankenversicherung

Singhammer bezog sich auf neue Schätzungen aus dem Gesundheitsministerium. Danach würden die Reserven im Fonds ohne Eingriff des Gesetzgebers bis Ende 2013 auf 14,4 Milliarden Euro anwachsen. Das sind 100 Millionen Euro mehr als bislang vom Schätzerkreis erwartet. Die Streichung der Praxisgebühr führt den Berechnungen zu Folge zu Mehrbelastungen des Fonds im nächsten und übernächsten Jahr von je 1,78 Milliarden Euro. Hinzu kommt die zusätzliche Kürzung des Bundeszuschusses im nächsten Jahr um 500 und 2014 um weitere zwei Milliarden Euro. Beides könne der Fonds gut verkraften, meinte Singhammer.

Tatsächlich verlieren die Kassen durch den gestern vom Kabinett beschlossenen Wegfall der Praxisgebühr über zwei Milliarden Euro. Davon entfallen den Angaben zu Folge jedoch 20 Millionen Euro auf die landwirtschaftliche Krankenkassen, für die der Bund den Ausgleich zahlt. 200 Millionen Euro betragen die Kosten für den Einzug und die Verwaltung der Gebühr. Da diese wegfallen, erstattet der Fonds nur 1,78 Milliarden Euro.

 

  • Die aktuellen Top-Themen
Ex-Euro-Chef: Juncker hält Schuldenschnitt für Griechenland für möglich

Juncker hält Schuldenschnitt für Griechenland für möglich

Ist die Euro-Krise überstanden? Europa feierte Griechenland, weil es sich erstmals an den Finanzmärkten wieder selbst versorgen konnte. Doch Jean-Claude Juncker will einen weiteren Schuldenschnitt nicht ausschließen.

Umfrage offenbart Wissenslücken: Politiker kennen Thyssen-Krupp-Chef nicht

Politiker kennen Thyssen-Krupp-Chef nicht

Sie verdienen gut, sind aber oft ihr Geld nicht wert – so denken viele deutsche Politiker über Topmanager, wie eine Umfrage zeigt. Nur zwei Dax-Chefs kommen gut weg. Erschreckend: Viele sind in Berlin gar unbekannt.

Euro-Zone: Spanien erwartet frisches Wirtschaftswachstum

Spanien erwartet frisches Wirtschaftswachstum

Das kriselnde Spanien hat seine Hausaufgaben gemacht: Der Lohn dafür ist eine Rückkehr zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum: Das sei derart hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr.

  • Statistiken zum Thema Politik