Krawalle in Hamburg
Tausende protestieren gegen G8-Razzien

Mehr als 5000 Menschen haben in verschiedenen deutschen Städten gegen eine Großrazzia von Polizei und Bundesanwaltschaft bei Gegnern des bevorstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm demonstriert. Dabei kam es in Hamburg zu Ausschreitungen.

HB HAMBURG. Am Abend trafen sich dort etwa 2 000 Demonstranten zu einer zunächst friedlichen Kundgebung. Gegen 22.00 Uhr eskalierte die Situation. Dabei flogen Flaschen und andere Gegenstände auf Polizisten und Passanten. Die Polizei schritt mit einem Großaufgebot von 1 000 Beamten und Wasserwerfern ein. Acht Demonstranten wurden wegen Landfriedensbruchs festgenommen. Eine Passantin und drei Beamte wurden laut Polizei verletzt. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage.

In Berlin nahmen Polizisten bei einer Demonstration von rund 3 000 G8-Gegnern vier Menschen fest. Der Protest sei jedoch friedlich verlaufen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. In Kiel protestierten 120 Menschen friedlich gegen die Durchsuchungen vom Mittwoch.

Einen Monat vor dem Gipfel im mecklenburgischen Heiligendamm hatten 900 Polizisten am Mittwochmorgen zahlreiche Treffs und Wohnungen von G8-Gegnern in sechs Bundesländern im Norden Deutschlands durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hat eigenen Angaben zufolge Hinweise darauf, dass sich eine terroristische Vereinigung gebildet hat, deren Ziel es sei, mit Brandanschlägen und anderen gewalttätigen Aktionen den Gipfel Anfang Juni zu stören oder zu verhindern. In Hamburg hatten Polizisten die Räume des linken Szene- Treffs „Rote Flora“ im Schanzenviertel durchsucht.

Die globalisierungskritische Organisation Attac sprach von dem „Versuch, das gesamte Spektrum der G8-Gegner zu kriminalisieren“. Attac war nach eigenen Angaben nicht von den Durchsuchungen betroffen.

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