Kredit-Affäre
Tumultartige Szenen bei Wulff-Auftritt

Der Druck auf Bundespräsident Christian Wulff nimmt immer weiter zu. Bei einem Auftritt gab es regelrechte Jagdszenen, die Opposition fordert mit immer schärferen Worten Aufklärung. Wulff selbst sieht sich im Recht.
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BerlinBundespräsident Christian Wulff gerät in der Affäre im seinen umstrittenen Privat-Kredit immer weiter unter Druck. Am Sonntagmorgen kam es in Berlin zu tumultartigen Szenen als das Staatsoberhaupt an einem Festgottesdienst anlässlich des 50. Jahrestages der Wiedereröffnung der Gedächtniskirche teilnahm. Vor Beginn der Messfeier wurde Wulff von zahlreichen Journalisten sowie Foto- und Kameraleuten regelrecht bestürmt und mit Fragen bombardiert. Wulff sah sich genötigt, sich im Anschluss an die Feier bei der Kirchenleitung für die Tumulte zu entschuldigen. Auf die zugerufenen Fragen der Journalisten reagierte er nicht.

Bereits am Samstag hatte Wulff zu dem Privatkredit persönlich Stellung genommen. „Man muss selber wissen, was man macht“, sagte er in Wittenberg. „Das muss man verantworten - das kann ich“, ergänzte er auf die Frage, wie er den politischen Druck aushalte.

Er könne sich weiter wunderbar mit den Bürgern unterhalten, erklärte Wulff kurz nach der Aufzeichnung einer ZDF-Weihnachtssendung bei einem Empfang. „Und das ist doch eigentlich das Wichtige, das Wesentliche, dass man die Dinge bewertet, beurteilt und dann dazu steht und dann auch unterscheidet, wo ist etwas real und wo ist etwas mit sehr viel Staub aufwirbeln verbunden“, sagte Wulff. „Das muss man voneinander trennen.“

Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass Wulff 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident mit einem privaten 500.000-Euro-Kredit sein Haus finanziert hatte. Das Geld hatte er nach eigener Darstellung bei der befreundeten Unternehmergattin Edith Geerkens aufgenommen. 2010 hatte er bei einer Befragung im Landtag den Kredit nicht erwähnt, als er nach seinen Geschäftsbeziehungen zu Geerkens Mann gefragt worden war.

Wulff betont, der Kredit stamme von Frau Geerkens und sei auch über ihr Konto bei der Sparkasse Osnabrück abgewickelt worden. Laut „Spiegel“ lassen Äußerungen von Egon Geerkens aber den Schluss zu, dass das Geld de facto doch von ihm stammt. „Ich habe mit Wulff verhandelt“, zitierte das Magazin Egon Geerkens. „Ich habe mir überlegt, wie das Geschäft abgewickelt werden könnte.“ Zugleich sagte der Unternehmer, mit dem Wulff seit vielen Jahren eng befreundet ist, über das Geld aber auch: „Das stammt von meiner Frau.“

Als Motivation für den Kredit nannte Geerkens in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ Freundschaft. Dazu sei die Überlegung gekommen, dass vier Prozent Zinsen von den Wulffs besser seien als „drei Prozent fürs Tagesgeld.

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  • wow
    das gefällt mir
    ab in Hartz4
    aber ich kenn da noch ein paar ...

  • super
    jedes jahr einen neuen präsidenten
    jedes jahr erneut ehrensold
    jedes jahr mindestens eine million
    für abgehalfterte betrüger
    i love deutscheland

  • gruni90,

    der Herr Saubermann Herr Wulff ein von Angelas Gnaden gewählter Bundespräsident war und ist m.E. ein armer Schlucker, ohne "Freunde" no Money, aber vom Stamme nimm.
    Er konnte seine Urlaube und seine Scheidung nicht bezahlen und musste ein Darlehen von einem "befreundetem" Ehepaar nehmen um für sich einen Neuanfang zu machen. War er mittellos der "arme" Ministerpräsident Niedersachens"?.
    Er hatte weder für Urlaube noch für ein Leben nach oder für seine Scheidung Geld seine heutige Frau scheinbar auch nicht?.
    Angela Merkal hat diesen "armen Kerl" die Steigbügel gehalten damit er in den Sattel des Bundespräsidenten gehoben werden konnte. Sie muss diese Entscheidung ja vehement heute vertreten. Ja so sind Sie die Christdemokraten reine Nächstenliebe.
    Erbebnis: Vorteilnahme wo war die Finanzverwaltung, mit der Frage, wo haben Sie Herr Wulff das EKAP 500 TEUR für den Hausbau her und zu welchen Kontionen? Diese Offenlegung muss nur der Normalbürger beibringen. War dies in den Steuererklärg. desH.WU. angegeben die Vorteilsnahme? Jeder Normalbürger muss das
    auf Rückfrage der Finanzverwaltung nachweisen und belegen Herr Wulff wohl nicht hat er wahrscheinlich in seiner Steueerklärung vergessen warum nicht? Bei Abgang des Herrn Wulff Kosten für den Steuerzahler p.a.: "200.000,00 Pensionwo für?, Büro wofür? Dienstwagen wofür?. Der Bürger muss allein dafür zahlen. La dolce Vita oder in Deutsch heil dem Siegerkranz nehme Wulff u.a. was du kriegen kannst. Dank de Protektion Fr. Angela Merkel.
    Auch dazu noch eine Anmerkung wieso konnte sie in dem DDR Regime in Moskau studieren das war doch nur für DDR Getreue möglich.
    Hierauf habe ich bisher keine Antwort erhalten sollte Sie doch eine regimigetreue gewesen sein? Nachforschungen erlaubt!.
    In jedem ordentlich geführtem Wirtschaftsunternehmen würden dem Anspruchsberechtigtem die Bezüge entzogen.
    Aber als Politiker?, ach ja da ist ja der Bürger/Steuerzahler für zuständig.


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