Kredit-Affäre
Wulff entschuldigt sich bei Geerkens per SMS

Bundespräsident Christian Wulff hat sich laut eines Magazinberichts bei dem Unternehmer Egon Geerkens für den Wirbel um den umstrittenen Privatkredit entschuldigt. Ausgerechnet ein SPD-Mann stärkt ihm den Rücken.
  • 52

München/BerlinWie das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Samstag vorab berichtete, hat Wulff während seines Kuwait-Besuches Geerkens eine SMS geschickt mit der Entschuldigung, dass er wegen des 500.000-Euro-Darlehens so in die Öffentlichkeit gezerrt werde. Der Ärger tue ihm leid, soll Wulff geschrieben haben. Der umstrittene Kredit wurde am Dienstag publik, als sich Wulff in Kuwait befand. Öffentlich nahm der Bundespräsident am Donnerstag Stellung.

Geerkens beharrte im Gespräch mit dem „Focus“ darauf, dass das Darlehen vom Konto seiner Frau stamme, er aber den Verrechnungsscheck der Bundesbank ausstellen ließ und diesen auch persönlich an Wulff übergab. Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte Geerkens gesagt, er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff geführt.

Der Grünen-Rechtspolitiker Hans-Christian Ströbele sagte dem „Focus“, wenn sich bestätige, dass Geerkens mit Wulff geführt habe, „dann könnte das die Lage völlig verändern“. Ströbele fügte hinzu: „Dann wird es eng für Herrn Wulff.

SPD-Rechtsexperte Wiefelspütz hält Wulff für „voll handlungsfähig“

Trotz der anhaltenden Vorwürfe gegen Wulff sieht der SPD-Verfassungsexperte Dieter Wiefelspütz den Bundespräsidenten nicht in seiner Arbeit beeinträchtigt. Er sei „zwar unter Druck, aber als Verfassungsorgan voll handlungsfähig“, sagte das Mitglied des Bundestagsinnenausschusses dem „Focus“ mit Blick auf die Berichte über einen Privatkredit Wulffs aus seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident.

„Er muss es im Kreuz haben, Gesetze, die er für evident verfassungswidrig hält, nicht zu unterzeichnen“, sagte Wiefelspütz. Dies traut er Wulff weiter zu. Dem Bundespräsidenten liegt unter anderem das umstrittene Stasiunterlagen-Gesetz zur Prüfung und Unterzeichnung vor.

Seite 1:

Wulff entschuldigt sich bei Geerkens per SMS

Seite 2:

Neue Fakten belasten Wulff

Kommentare zu " Kredit-Affäre: Wulff entschuldigt sich bei Geerkens per SMS"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @PeterScholz1

    ...und da soll es auch mal eine Arbeitsagentur gegeben haben, die einer "Kundin" ein unseriöses Angebot gemacht hat. Die sollte in einem anrüchigen Etablissement einen Job annehmen. Für das Verschwinden aus der Arbeitlosenstatistik ist kein Job zu schmutzig. So gesehen, hat Frau Geerken einen ehrenwerten Job.

  • Eigentlich in unserem Land ganz andere Probleme,mal wieder ein Ablenkungsmanöver!

  • Und, was soll der ganze Quatsch! Kredit hin oder her, dann hat er halt von dem Freund seines Vaters einen Kredit bekommen! Diese Parteien wollen uns wohl verschaukeln, sollen sich um die Bevölkerung kümmern! Ist doch wieder nur ein parteipolitisches Spielchen!
    bb

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%