Kredit- und Medienaffäre
Wulff will Fragen und Antworten auf den Tisch legen

Jetzt also doch. Bundespräsident Christian Wulff will nun doch die Fragen und Antworten zu seiner Kreditaffäre im Internet veröffentlichen - wenn die jeweiligen Medien zustimmen.
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Bundespräsident Christian Wulff will die Fragen und Antworten zu seiner Kreditaffäre nun doch im Internet veröffentlichen, soweit die jeweiligen Medien dem zustimmen. „Unser Mandant hat uns beauftragt, zur Vervollständigung unserer zusammenfassenden Stellungnahme auch die Fragen der Presseorgane aus den vergangenen Wochen zu veröffentlichen, die diese zur Veröffentlichung freigegeben haben“, teilten Wulffs Anwälte am Freitag in Berlin mit. Dies gelte, soweit keine Persönlichkeitsrechte verletzt würden.

Die Aufbereitung und technische Bereitstellung werde einen gewissen Zeitraum in Anspruch nehmen. Die Fragen und die Antworten würden kommende Woche schnellstmöglich veröffentlicht, teilte die Kanzlei mit.

Die Anwälte hatten zunächst erklärt, sie seien aus Rechtsgründen daran gehindert, die von Medien eingereichten inzwischen rund 500 Fragen und Antworten zu veröffentlichen. Die jeweils anfragenden Medien entschieden, was sie für öffentlichkeitsrelevant hielten.

Erste Zeitungen hatten aber bereits umfangreiche Dokumentationen vorgelegt. Die Springer-Blätter „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“ stellten am Donnerstagabend ihren Fragenkatalog sowie die Antworten von Wulffs Anwälten und der BW-Bank, die Wulff bei seiner umstrittenen Hausfinanzierung half, ins Internet. Auch die Zeitungen des Hauses DuMont dokumentierten am Freitag online ihren kompletten Schriftwechsel mit Wulffs Anwalt aus dem Jahr 2011.

Wulff steht wegen eines Privatkredits für sein Eigenheim, kostenloser Urlaube bei Freunden aus der Wirtschaft und seines Umgangs mit den Medien seit einem Monat in der Kritik.

Immerhin Regierung Angela Merkel hat ihrem Bundespräsidenten nochmals Rückendeckung gegeben. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, Merkel schätze Wulff und seine Arbeit. Diese Wertschätzung gelte auch für dessen Bereitschaft, sehr weitgehend Auskünfte zu geben. „Diese Bereitschaft wird sicher anhalten, auch da wo neue mögliche berechtigte Fragen auftauchen.“

Wulff steht seit mehr als einem Monat wegen seiner Kredit- und Medienaffäre in der Kritik. Zuletzt waren auch Fragen nach seinem Umgang mit Bonusmeilen der Lufthansa während seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen aufgekommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kredit- und Medienaffäre: Wulff will Fragen und Antworten auf den Tisch legen"

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  • Wer zahlt eigentlich die Anwaltskosten im Fall Wulff? Ich hoffe doch nicht der Steuerzahler. Das wäre ja ein weiterer Skandal.

  • Bei seiner letzten Aufführung hat der Hauptdarsteller immerhin sagenhafte 18 Mio. Zuschauer gehabt. Nach fast zwei Wochen löst er nun sein gegebenes Versprechen teilweise ein. Aus seiner Sicht eine beachtliche Leistung!? Eine Absetzung des Stücks mitsamt des Hauptdarstellers wäre längst kein Ende mit Schrecken, sondern eine Erlösung!

  • Theateraufführung "Bundespräsidentenstadel"

    Letzter Akt: "Fortsetzung der Salamitaktik und Rücktritt"

    Zusammenfassung:
    Was wir bekommen werden ist nichts anderes als das was sich aus Sicht des Hauptdarstellers bisher bewährt hat. Eine billige Inszenierung und wieder nur das was sich absolut nicht mehr verbergen läßt und jetzt unter Zwang ans Tageslicht kommen muss. Bald fallen die Vorhänge in Darkcastle Bellevue und es ist vorbei. Vorher kommen noch ein paar spannende Szenen, also werte Zuschauer "Aufgepaßt..."

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