Kreditausfallwahrscheinlichkeit
Moody's sieht Bundesländer auf Konsolidierungskurs

Die Ratingagentur Moody?s hat den Bundesländern Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und eine "stabile Bonitätsentwicklung" bescheinigt. Die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls sei gering, allerdings bleibe die Verschuldung der Bundesländer im internationalen Vergleich noch immer sehr hoch.

DÜSSELDORF. Ein Zahlungsverzug eines Landes sei "unwahrscheinlich", schreibt Senior Analystin Andrea Wehmeier in ihrem Ausblick für die nächsten 12 bis 18 Monate. Die aktuelle Ratingbandbreite für die Länder von Aaa bis Aa1 stütze sich vor allem auf die starken horizontalen und vertikalen Unterstützungsmechanismen sowie die sehr hohe Wahrscheinlichkeit außerordentlicher Hilfen durch den Bund, sollte ein Land nahe an einen Zahlungsverzug kommen.

Das Rating gibt die Kreditausfallwahrscheinlichkeit an. Je schlechter das Rating, desto höhere Zinsen müssen Emittenten von Anleihen bieten, um ihre Papiere am Markt platzieren zu können. Die Kosten für ein Rating trägt üblicherweise der Emittent. Im Zuge der Finanzmarktkrise sind die Agenturen allerdings in die Kritik geraten, weil sie nicht rechtzeitig vor den Risiken gewarnt hatten. Derzeit sind sechs Länder von Moody?s geratet: Die finanzstarken Länder Baden-Württemberg und Bayern haben die Top-Note "Aaa", Berlin, Brandenburg, NRW und Sachsen-Anhalt das etwas schlechtere Rating "Aa1".

Allerdings bleibe die Verschuldung der Bundesländer im internationalen Vergleich noch immer sehr hoch, was sie für Einnahmeausfälle anfälliger mache, warnt Moody?s. Weitere "Herausforderungen" seien die schleppenden Strukturreformen, die mit den Aktivitäten einiger Landesbanken verbundenen Risiken sowie der hohe Anteil an ungedeckten zukünftigen Pensionsverpflichtungen.

Laut Bundesfinanzministerium schieben die Länder einen Schuldenberg von 478 Mrd. Euro vor sich her - das entspricht 5 809 Euro je Einwohner. Dabei reicht die Spannweite von 1 724 pro Kopf in Bayern bis 22 354 Euro in Bremen. Dank sprudelnder Steuerquellen dürften die Länder insgesamt dieses Jahr einen leichten Überschuss erzielen, so dass Schulden abgebaut werden könnten, schätzen Wirtschaftsforscher. Im ersten Halbjahr schrieben acht Länder schwarze Zahlen; der Überschuss betrug insgesamt 3,2 Mrd. Euro.

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