Kreditbranche sieht keinen Bedarf
„Bank der Wirtschaft“ findet keine Fürsprecher

Das Modell einer „Bank der Wirtschaft“ stößt auf wenig Gegenliebe. Es bestehe kein Mangel an Banken in Deutschland, hieß es beim Bundesverband deutscher Banken (BdB). Es gebe genügend Förderbanken und Finanzierungsinstrumente, um Unternehmen zu unterstützen. Ähnlich äußerte sich der Sparkassen- und Giroverband.

str BERLIN. Die Kreditbranche reagierte damit auf Überlegungen aus dem Wirtschaftsministerium, eine „Bank der Wirtschaft“ nach dem Vorbild der Genossenschaftsbanken zu gründen. Den Überlegungen zufolge könnten die Einlagen von liquiden Unternehmen stammen. Ziel des Modells ist es, die Kreditvergabe an Unternehmen zu beschleunigen. Die Kredite der Bank könnten von einem Solidarfonds der Wirtschaft, aber auch vom Staat verbürgt werden.

Das Ministerium bestätigte die Überlegungen nicht. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, dass sein Haus die Gründung eines Kreditinstituts weder koordiniere noch initiiere. Es sei der Wirtschaft aber unbenommen, eine private Bank nach dem Kreditwesengesetz zu gründen. Beim Bundesverband der Deutschen Industrie hieß es, es seien keine Überlegungen bekannt, wonach die Wirtschaft beabsichtige, eine Bank zur gründen.

Wegen der Finanzkrise, einer drohenden Pleitewelle und eigener Verluste halten sich viele Banken derzeit bei der Kreditvergabe zurück. Jedes dritte Unternehmen klagt einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW zufolge über einen erschwerten Kreditzugang. So würden höhere Zinsen und größere Sicherheiten verlangt. Viele Wirtschaftsverbände erwarten, dass sich die Finanzierungsbedingungen weiter verschlechtern.

Auch Ökonomen halten wenig von der Gründung einer Wirtschaftsbank auf Initiative des Staates. „Es gibt doch bereits die staatliche Förderbank KfW“, sagte der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%