Kreis der Begünstigten eingegrenzt
Kein Recht auf Ausbildungsbonus für Realschüler

Der Ausbildungsbonus wird nun doch auf weniger Jugendliche begrenzt. Anders als von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) geplant, sollen von den Altbewerbern nur die mit Haupt- und Sonderschulabschluss oder ohne Abschluss einen Anspruch auf Förderung erhalten, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ralf Brauksiepe, dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) nach der entscheidenden Sitzung des Bunestagsausschusses für Arbeit und Soziales.

BERLIN. Bisher war das auch für Realschüler mit einer Vier oder schlechter in Deutsch oder Mathe vorgesehen. Das Gesetz soll am heutigen Donnerstag verabschiedet werden. Nach Ermessen können allerdings auch andere Altbewerber gefördert werden.

Damit reagierten Union und SPD auf das Trommelfeuer von Arbeitgebern und Gewerkschaften, die massiv auf eine Eingrenzung des Kreises der Begünstigten gedrängt hatten. "So wollen wir Mitnahmeeffekte vermeiden und zugleich mehr Flexibilität erreichen ", begründete Brauksiepe den Schwenk. Arbeitsminister Scholz verspricht sich vom Bonus 100.000 Zusatz-Lehrstellen bis 2010. Arbeitgeber, die einen Lehrling zusätzlich einstellen, erhalten dafür einmalig 4000 bis 6000 Euro.

BDA und DGB wollen den Bonus jedoch noch weiter auf "Lernbeeinträchtigte oder sozial Benachteiligte" beschränken. Schon heute wird - ohne Bonus - jede zweite Stelle mit Altbewerbern besetzt. Zudem führe der Bonus dazu, dass Unternehmen statt Bewerbern, die direkt von der Schule kommen, förderfähige Altbewerber einstellen, und so die Warteschleifen zusätzlich aufblähen.

"Systemwidrig" sei, "den Bonus für Jugendliche, die noch keinen einzigen Cent Beitrag an die Bundesagentur für Arbeit gezahlt haben, statt aus Steuermitteln zu zahlen, den Beitragszahlern aufzuzwingen", monieren BDA und DGB. Letztlich übertünche der Bonus nur die mangelnde Schulbildung der Jugendlichen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe, Ulrich Oesingmann, dem Handelsblatt.

Auf Druck der Sozialpartner sollen nun auch Azubis gefördert werden können, die zuvor eine "Einstiegsqualifizierung" absolviert haben, so Brauksiepe. Das war bislang nicht vorgesehen. Diese geförderten Praktika sollen eine Brücke für schwache Jugendliche bauen und sind Teil des Ausbildungspaktes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%