Krieg in Libyen Merkel will Ölgeschäfte mit Gaddafi stoppen

Die Bundeskanzlerin will nicht gegen Gaddafi kämpfen, sondern den Diktator mit einem Ölembargo stürzen. Unterdessen bombardiert die westliche Allianz nun auch den Süden Libyens - Gaddafis Militär soll bald zerstört sein.
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Explosion in Tripolis

Explosion in Tripolis

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel für ein "komplettes Ölembargo und weitreichende Handelseinschränkungen" gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi einsetzen. Kein europäisches Land dürfe mehr Öl aus Libyen importieren, darauf müsse sich die Europäische Union endlich einigen.

„Gaddafi hat seinem Volk den Krieg erklärt“, sagte die Kanzlerin. Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Land verdienten die Solidarität Deutschlands. „Die Umwälzungen gründen in der Sehnsucht der Menschen nach Freiheit“, sagte Merkel mit Blick auf die Demokratiebewegungen im arabischen Raum: „Die Umwälzungen sind eine historische Chance für die Menschen in der arabischen Welt und für uns als Nachbarn dieser Region.“   

Zugleich unterstrich Merkel, dass die Bundesregierung inhaltlich hinter der Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen gegen Gaddafi stehe. Sie habe aber Bedenken hinsichtlich ihrer militärischen Umsetzung und beteilige sich deshalb nicht an den Militäraktionen. „Wir hoffen aber auf einen schnellen und nachhaltigen Erfolg“, sagte die Kanzlerin.  

Das sind die Truppen der Koalition
Französische Kampfflugzeuge Mirage 2000
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Frankreich hat in einem ersten Militärschlag rund 20 Kampfjets zum Einsatz gebracht. Dazu zählen „Rafale“- und „Mirage“-Jets (letztere hier zu sein) sowie mindestens ein AWACS-Aufklärungsflugzeug. Die Militäroperation wird von der Luftbasis Solenzara auf der Mittelmeerinsel Korsika aus gestartet. Von Korsika benötigen Kampfjets etwa eine Stunde, um Libyen zu erreichen.

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Der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ kann bis Montagabend an die libysche Küste verlegt werden. Er kann 15 Kampfjets transportieren. Zur Begleitung des Flugzeugträgers gehören drei Fregatten, ein Tankschiff und ein U-Boot. Hier verlässt das nukleargetriebene Schiff den Hafen von Toulon.

Handout photograph shows RAF Tornado GR4 aircraft flying alongside an air-to-air refuelling aircraft during raids on Libya
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Großbritannien beschoss in der Nacht zum Sonntag mit „Tomahawk“-Marschflugkörpern Luftabwehrstelllungen rund um die Hauptstadt Tripolis und bei der westlichen Stadt Misrata von seinen U-Booten vom Typ „Trafalgar“ aus. Das Verteidigungsministerium bestätigte zudem den Einsatz von „Stormshadow“-Marschflugkörpern, die von „Tornado“-Maschinen (Bild) der Royal Air Force abgefeuert wurden. Vor der libyschen Küste liegen die beiden Fregatten „Cumberland“ und „Westminster“.

B2 BOMBER NORTHROP GRUMMAN
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Die USA begannen eine „begrenzte Militäraktion“ in Libyen einige Stunden, nachdem Frankreich mit dem Einsatz seiner Luftwaffe in Libyen vorgeprescht war. Unter anderem wurden Tarnkappenbomber vom Typ B-2 eingesetzt. Die Vereinigten Staaten verfügen über fünf Kriegsschiffe im Mittelmeer, darunter zumindest ein Lenkwaffenzerstörer. Diese befinden sich nicht in unmittelbarer Nähe zu Libyen. Die USA geben nur wenig Informationen über die Positionierung ihrer Streitkräfte. Es gibt eine Reihe von Stützpunkten in Italien, Griechenland,Spanien und der Türkei.

huGO-BildID: 21333346 Weapons are brought
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Italien hat bereits Dutzende von Militärflugzeugen auf seiner Basis in Trapana in West-Sizilien stationiert und hält sich für eine mögliche Beteiligung an Luftschlägen auf Libyen bereit. Dazu zählen Maschinen vom Typ „Tornado“, F-16 und Eurofighter. Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, Italien könnte später an den Militäraktionen teilnehmen. Hier werden gerade Waffen zur Nato-Basis in Aviano gebracht.

People on shore wave to the crew onboard the HMCS Charlottetown in Halifax, Nova Scotia
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Auch Kanada beteiligt sich mit dem Kriegsschiff „Charlottetown“ an dem Einsatz. Kanadische Kampfflugzeuge haben die Region erreicht, benötigen aber noch einige Tage zur Vorbereitung auf die Militäraktion.

Marines assigned to Marine Aircraft Group 36, 1st Marine Aircraft Wing, III Marine Expeditionary Force, board a KC-130J Super Hercules aircraft in Japan
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Die F-16-Kampfjets von Norwegen sind einsatzfähig. Eine Beteiligung ist nach offiziellen Angaben innerhalb von fünf bis zehn Tagen möglich. Zudem kann das Land seine „Hercules“-Maschinen (Bild) bereitstellen, um humanitäre Hilfsaktionen zu unterstützen.

Im Bundestag ringt die Kanzlerin um Worte, in Libyen sprechen weiter die Waffen: Nach Einschätzung der französischen Regierung ist es eine Frage von Tagen oder Wochen, aber nicht von Monaten, bis die militärische Schlagkraft von Gaddafi zerstört ist. Die internationale Militärallianz hat dafür ihre Luftangriffe nun auch auf den Süden des Landes ausgeweitet. Zudem wurden in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert.

Augenzeugen sahen Flammen auf einem Militärstützpunkt in dem Vorort Tadschura. Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Dschufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.

Die libysche Internet-Zeitung „Al-Watan“ meldete unterdessen, über Sirte, der Heimatstadt des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt diese Darstellung. „Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen“, sagte Oberst Thierry Burkhard.

Die Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tadschura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien. Die Regimegegner behaupten bereits seit Beginn der Luftangriffe zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen, die Berichte der Staatsmedien über angebliche zivile Opfer seien falsch. Die Bodentruppen Gaddafis und die Rebellen kämpfen derzeit vor allem in der östlichen Stadt Adschdabija und in Misurata gegeneinander.

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  • dpa
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8 Kommentare zu "Krieg in Libyen: Merkel will Ölgeschäfte mit Gaddafi stoppen"

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  • Dummschule in ein paar wochen hängt Gaddafi mit Sadam rum und beide sitzen im kessel ,heizen tun die toten von Berlin und lockerby. welche firmen meinst du die der neue Regierung ? da bekommen sie aber keine migs

  • Kann sie nicht e3ndlich mal ihren Mund halten?

  • "In einigen Wochen werden wir wahrscheinlich weiterhin Gadaffi sehen, inmitten der chinesischen, russischen, tuerkischen Firmen und politiker, die ihm beim Wiederaufbau helfen und sich eine goldene Nase verdienen."


    So wird es auch ohne Gaddafi kommen.
    Die Welt kennt so langsam ihre Papenheimer.

  • Gaddafis Militaer soll bals zerstoert sein ? Wovon reden die denn. Die sogenannten Rebellen haben nach eigenen Angaben rund 17.000 Bewaffnete, davon ca. 1.000 uebergelaufene Soldaten. Im Nationalrat sitzen Intellektuelle und uebergelaufene Politiker, vorrangig aus dem Umfeld der Senussi, die 1969 fortgejagt wurden, ohne dass Gadaffi einen Schuss abgeben musste. Der Sicherheitsapparat des Regimes stuetzt sich vorrangig auf die Warfallah, den groessten Stamm des Landes, der alleine fast 20 % der Bevoelkerung stellt. Die ziehen sich aus den Kasernen zurueck, kleiden sich in Tripolis zivil und lassen ihr Barrett light fifty samt Munition unter dem Bett liegen. Die Rebellen sind ja noch nicht einmal in der Lage, Brega einzunehmen - folglich brauchen sie NATO-Bodenunterstuetzung ..... dann sitzen wir vor unseren TV und sehen erneut - und live - warum Mogadischou 1993 fuer die USA und die UN schiefgelaufen ist. Ausserdem koennen die Franzosen und Briten eine solche Aktion logistisch ueberhaupt nicht stuetzen. - In einigen Wochen werden wir wahrscheinlich weiterhin Gadaffi sehen, inmitten der chinesischen, russischen, tuerkischen Firmen und politiker, die ihm beim Wiederaufbau helfen und sich eine goldene Nase verdienen.

  • Was eine Heldentat der mächtigste Frau der Welt, fast könnte man sie ernst nehmen:-)))

  • Flucht von Mutti in die Außenpolitik, zu der sie bislang keine stichhaltige Linie abgab - 3 Tage vor entscheidenen Landtagswahlen. Ich sah "Mutti" einmal auf der Skipiste in Pontresina vor der Bernina zu Weihnachten, ihr Phyilein war 50m davor, also kein wirklich physischer "Rettungsschirm". O-Beine zogen sich den Bernina-Hang hinauf auf einen klein gewordenen Gletscher. Weiter vorne fragte mich ein Deutscher: "ist sie endlich hingefallen?" - Politisch liegt sie darnieder, walzt sich hilflos dahin, seufzt nun in Melancholie mit dem lybischen Volke wie bislang nie...peinliche Mutti von Deutschland. Aber-die Dummies leben unter uns. Die, die sie wählen. Es ist ja bislang - mir...- nichts passiert.

  • Unsere Ölreserven schmelzen dahin und Frau Merkel will dem Herrn Gaddafi den Ölhahn zudrehen. Ich fass es nicht. Was wohl Herr Brüderle dazu sagen wird?

  • Es ist wohl besser, daß Merkel die Länge ihrer Arme mißt.

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