Kriegsreporter im Einsatz
Die Angst im Nacken

Ob Syrien oder Ukraine: Ohne Kriegsreporter wüsste die Welt nicht, wie es in Krisengebieten aussieht. Ihr Alltag besteht aus Tod und Gewalt – und enormen Belastungen. Umso wichtiger ist die Vorbereitung.
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DüsseldorfSie fahren dorthin wo geschossen wird, wo Leid und Armut herrschen: Kriegsreporter. Sie berichten aus Krisengebieten wie Afghanistan, Syrien oder dem Irak. Die Gefahr reist dabei immer mit. Die Bilder der brutalen Hinrichtungen der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff durch die islamische Terrorgruppe „IS“ gingen um die Welt. Doch sie sind nur die Spitze des Eisberges.

Allein in Syrien sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2011 160 Journalisten ums Leben gekommen, überwiegend einheimische. Auch Europa ist mittlerweile wieder ein gefährliches Pflaster. Im Zuge der Berichterstattung aus der Ukraine sind dieses Jahr bereits fünf Journalisten gestorben.

Die Nichtregierungsorganisation für Pressefreiheit, „Reporter ohne Grenzen“, stellt fest, dass sich die Lage für Kriegsreporter verschlechtert hat. „Durch asymmetrische Kriege ist es heute für Journalisten schwerer geworden, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden“, sagt Pressereferentin Silke Ballweg. Journalisten würden häufiger als früher entführt, um Forderungen an die Heimatländer der Reporter stellen zu können. Auch inszenierte Hinrichtungen von Journalisten als Druckmittel seien neu.

Wolfgang Bauer arbeitet als Reporter für die „Zeit“. Auch er hat schon aus Krisengebieten wie Libyen, Syrien und Afghanistan berichtet. „In Krisen sieht man die Welt ungeschönter als im Alltag“, sagt Bauer. Er entschloss sich Reportagen aus Kriegsgebieten zu schreiben, um zu berühren und die Öffentlichkeit zu zwingen, das Elend des Krieges wahrzunehmen. Die Angst ist dabei sein ständiger Begleiter. Darüber freut sich Bauer: „Ich rate jedem von Krisenreportagen ab, wenn er keine Angst hat“, sagt er. Denn Angst mahnt zur Vorsichtigkeit.

Es gibt viel, worauf ein Reporter bei der Reise in Kriegsgebiete beachten muss. Dies beginnt bereits vor der Abreise. Impfungen gegen die landestypischen Krankheiten oder Malaria-Tabletten vor einer Afrikareise sind, wir für jeden anderen Touristen, Pflicht. Das spezifische Risiko in Kampfzonen dokumentiert die Wichtigkeit, die eigene Blutgruppe zu kennen und auf einem Zettel bei sich zu tragen. Falls im Notfall eine Bluttransfusion nötig werden sollte.

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