Krim-Krise: Alice Schwarzer ergreift Partei für Putin

Krim-Krise
Alice Schwarzer ergreift Partei für Putin

Alice Schwarzer sorgte zuletzt durch ihren öffentlich gewordenen Steuerbetrug für Aufsehen. Jetzt meldet sich die Frauenrechtlerin zur Krim-Krise zu Wort. Und teilt kräftig aus – Richtung westliche Politik und Medien.
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BerlinMit ungewöhnlich scharfen Worten hat sich die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer zum Vorgehen Russlands in der Krim-Krise zu Wort gemeldet – und Partei für Kreml-Chef Wladimir Putin ergriffen. Schwarzer nahm in einem auf ihrer Webseite veröffentlichen Text Stellung. Unter der Überschrift „Warum ich trotz allem Putin verstehe!“ zerpflückt sie in einem Rundumschlag sowohl das Krisenmanagement des Westens als auch die Berichterstattung westlicher Medien über den Konflikt.

„Russland wird beschuldigt, einen neuen kalten Krieg anzetteln und in die Ukraine einmarschieren zu wollen; Präsident Putin wird dämonisiert und gar mit Hitler verglichen“, schreibt Schwarzer. „Dabei war es zunächst der Westen, der keine Ruhe gab und unaufhaltsam Richtung Osten drängte – und weiter drängt.“

Wie andere bereits vor ihr sieht auch Schwarzer den Geburtsfehler des Ukraine-Konflikts darin, das Land vor die Alternative EU oder Russland gestellt zu haben. „Denn die Ukraine ist ein Brückenland, neigt halb zum Westen, halb zum Osten und genau das hätte sie auch bleiben sollen.“ Aber das scheine jetzt verspielt. Statt diese West-Ost-Lage als Stärke zu begreifen, sei sie nun eine Schwäche und befinde sich das Land in einer Zerreißprobe. „Für diese Zerreißprobe tragen beide Verantwortung: Putin, aber auch der Westen.“

Schwarzer appelliert in ihrem Text mehrmals – mal direkt, mal indirekt  – an die internationale Gemeinschaft, Verständnis für die russische Seite zu zeigen. Damit sie auch und vor allem die Medien. „Die West-Medien scheinen in ihrer Herablassung Russland gegenüber und der Schuldverteilung – guter Westen, böser Osten – quasi gleichgeschaltet“, kritisiert die Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“.  Sie führt an, dass 96,77 Prozent der auf der Krim lebenden Menschen „störungsfrei“ für die Zugehörigkeit zu Russland votiert hätten, die EU und Amerika dies aber nicht anerkennten, sondern stattdessen mit Sanktionen drohten – nach dem Motto: „Was beim Kosovo recht war, die einseitig erklärte Loslösung von Serbien, ist für die Krim noch lange nicht billig.“

Ähnlich hatten sich auch schon Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) und die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) geäußert.

Kommentare zu " Krim-Krise: Alice Schwarzer ergreift Partei für Putin"

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  • eine steuerhinterzieherin scheint in DE beliebt zu sein und etwas zu sagen zu haben.

    ich befürchte das ist das zugeständnis der Elite dafür, dass Alice mit dafür sorgt, dass es bald keine urdeutschen mehr gibt

  • Demokratie ist, wenn es dem Westen nützt.

    Die (unsägliche!) NPD ist nicht auf Linie.

  • @izibizi,
    also ich glaube nicht das Frau Schwarzer jemanden ausgeraubt oder erpresst hat, und wenn sie jemanden Bestochen hätte müsste sie ja Geld bezahlt haben oder.
    Höchstens wenn man Alice bestochen hätte aber dann stellt sich die Frage für was.
    Und noch etwas zum Krim Konflikt. Die EU bringt Frieden!!! (Ironie aus)

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