Krim-Krise
Steinmeier wehrt sich gegen Kritik aus Nato

Medienberichten zufolge sperrt sich Deutschland gegen deutlichere Reaktionen der Nato auf das russische Vorgehen auf der Krim – für Frank-Walter Steinmeier ist das Quatsch: Er erwartet eine „faire Diskussion“.
  • 1

BerlinBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Vorwürfe zurückgewiesen, Deutschland verhindere eine deutliche Reaktion der Nato auf das russische Vorgehen in der Krim-Kise. Die Bundesrepublik habe sich in den vergangenen Wochen verantwortungsvoll verhalten und werde das auch künftig tun, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. "Und deshalb verstehe ich auch nicht, dass solche Debatten - wie sie jetzt im Nato-Rat in den nächsten Wochen stattfinden - über die Öffentlichkeit stattfinden."

Nach Medienberichten soll sich Deutschland im transatlantischem Militärbündnis gegen die von anderen Staaten gewünschte Ausweitung militärischer Präsenz etwa durch mehr Patrouillenflüge im Baltikum oder die Entsendung von Marineverbänden in die östliche Ostsee sperren. Deutschland wolle sich offenbar an keiner einzigen Maßnahme beteiligen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Nato-Kreise.

Im Nato-Rat werde in der kommenden Woche eine „faire Diskussion“ über die Maßnahmen des Verteidigungsbündnisses geführt werden, kündigte Steinmeier an. Er halte nichts von Schuldzuweisungen in der Öffentlichkeit bevor die Minister die Vorlagen auf dem Tisch liegen hätten. Wer wirklich das immer noch vorhandenen Risiko einer Eskalation hin zu militärischen Auseinandersetzungen verhindern wolle, „der muss uns auch die Gelegenheit geben, diese Debatte mit der notwendigen Ernsthaftigkeit im Nato-Rat unter den Mitgliedern zu führen“.

Mit Blick auf Staaten, die früher Teil der Sowjetunion waren und in denen die Furcht vor einer russischen Intervention nach der faktischen Abspaltung der Krim von der Ukraine ausgeprägt ist, erklärte der Außenminister: „Wir werden sehr deutlich machen, dass unsere Nato-Partner Anspruch auf jeden Schutz des Nato-Vertrages haben und ihrer Solidarität sicher sein können.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krim-Krise: Steinmeier wehrt sich gegen Kritik aus Nato "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @pem
    Bündnisfall?? Hoffentlich tritt der nie ein! 9/11 war nie einer. Den hatten sich die Ami's mit ihrem Neokollonialismus selbst zuzuschreiben. Und D tat gut daran sich nicht am Irakdesaster zu beteiligen. Leider ging der Kelch Afghanistan nicht an uns vorbei. Aber die Säbelrassler stehen offensichtlich schon wieder Gewehr bei Fuß!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%