Kriminalität
Polizisten immer öfter Opfer von Gewalt

Polizisten in Deutschland werden nach Angaben von Innenbehörden und Polizeiführern immer öfter Opfer von Gewalt. Die Zahl der Übergriffe gegen Polizeibeamte sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Dies scheint ein bundesweiter Trend zu sein“

HB BERLIN. So sei die Zahl der Übergriffe gegen Vertreter der Staatsgewalt von 1999 bis 2008 um knapp 22 Prozent gestiegen. „Der Respekt vor Polizeibeamten ist allgemein gesunken, insbesondere bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, zitierte die Zeitung den Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Matthias Seeger.

Beim Einsatz von Polizisten eskalierten die Situationen auch aus nichtigem Anlass öfter als vor wenigen Jahren: „So kann beispielsweise die Aufforderung, die Zigarette zu löschen, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen“, sagte Seeger. Schünemann wies auf die große Rolle hin, die Alkohol spiele: „Bei gut 70 Prozent der Übergriffe waren die Täter alkoholisiert“, sagte er.

Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) plädierte dafür, die Zahlen zurückhaltend zu interpretieren. Wenn ein Demonstrant sich einer Festnahme als Randalierer zu entziehen suche, sei dies kein gezielter Angriff auf einen Polizeibeamten. Zwar integriere sich ein Teil der jugendlichen Migranten nicht, doch nur eine Minderheit von ihnen begehe Straftaten: „Es wäre falsch zu sagen, da wächst eine Generation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund heran, die überwiegend kriminell wird“, sagte Körting.

Der Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus hatte im Februar eine Initiative für härtere Strafen bei Fällen von Gewalt gegen Polizisten angekündigt. Die Mindestfreiheitsstrafe solle bei besonders schweren Fällen von sechs Monaten auf ein Jahr angehoben werden. Die Strafverschärfungen sollen Thema auf der Innenministerkonferenz im Juni sein.

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