Kriminalität
S-Bahn-Überfall: Union für mehr Kontrollen

Der gewaltsame Tod eines 50-Jährigen in einem Münchner S-Bahnhof beschäftigt jetzt auch die Politiker. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann forderte die Deutsche Bahn auf, mehr für die Sicherheit auf den S-Bahnhöfen zu tun.

HB BERLIN. CSU-Politiker Herrmann sagte am Montag im RBB-Inforadio: "Ich fordere von der Deutschen Bahn klipp und klar, dass alle S-Bahn-Stationen ebenso wie die U-Bahnhöfe mit Video-Überwachungseinrichtungen ausgestattet werden."

Am Samstag hatten zwei Jugendliche auf einem S-Bahnhof den 50 Jahre alten Mann zu Tode geprügelt, weil dieser vier Kinder vor einem Raubüberfall schützen wollte.

Herrmann sagte, nach der flächendeckenden Einführung der Videoüberwachung auf Münchener U-Bahnhöfen sei dort die Zahl der Straftaten deutlich zurückgegangen. Von der Bundespolizei als Nachfolgerin der Bahnpolizei forderte der Innenminister eine konsequente Beteiligung an der Überwachung.

Der CSU-Politiker plädierte erneut dafür, im Regelfall bereits für 18-Jährige das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden. "Für so brutale Straftaten wie diesen Mord muss es auch eine höhere Höchststrafe für Jugendliche geben, nämlich fünfzehn statt zehn Jahre", sagte Herrmann nach Angaben des Senders.

Auch Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach forderte eine stärkere Überwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Verkehrsbetriebe müssten in Zügen, Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen für mehr Sicherheitspersonal sorgen, sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Ein Allheilmittel sei aber auch das nicht.

Auch Bosbach verlangte zudem Änderungen im Jugendstrafrecht und kündigte an, die Union werde dies nach der Bundestagswahl mit Hochdruck weiterverfolgen. Man dürfe nicht wieder in das alte Muster verfallen, nach einer schrecklichen Tat lautstark Konsequenzen des Gesetzgebers zu fordern, tags darauf vor Überreaktionen zu warnen und schließlich alles beim Alten zu belassen, sagte er.

Zwei vorbestrafte Jugendliche hatten am Samstag einen 50-Jährigen an einem Münchner S-Bahnhof totgeschlagen. Das Opfer hatte sich nach Polizeiangaben in einer S-Bahn schützend vor eine Gruppe jüngerer Jugendlicher und Kinder gestellt, von denen beiden mutmaßlichen Täter bedroht und von ihnen Geld gefordert hätten. Nach dem Aussteigen aus der Bahn verfolgten ihn die Jugendliche und prügelten auf dem Bahnsteig so stark auf ihn ein, dass der Mann wenig später seinen Verletzungen erlag. Die beiden Jugendlichen wurden inzwischen wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft genommen.

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