Kriminalstatistik 2008
Schäuble: „Deutschland ist ein sicheres Land“

Die Polizei hat im vergangenen Jahr erstmals seit 1999 weniger Gewalttaten in Deutschland registriert - allerdings gab es mehr Körperverletzungen auf der Straße. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik 2008 hervor. Bundesinnenminister Schäuble (CDU) sprach von der „Hoffnung auf eine Trendwende“.

HB BERLIN. Die Zahl der Gewaltdelikte ging um 3,2 Prozent zurück, blieb aber mit rund 211 000 auf hohem Niveau. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte bei der Vorlage der Kriminalstatistik 2008 am Montag in Berlin, bei der Entwicklung der Gewaltkriminalität Jugendlicher gebe es „Hoffnung auf eine Trendwende“. 2008 gab es hierbei - nach einem starken Anstieg im Vorjahr - ein deutliches Minus von 5,9 Prozent.

„Deutschland ist ein sicheres Land - auch im internationalen Vergleich“, sagte Schäuble. Vorbeugung habe Erfolg gehabt. Entwarnung könne aber nicht gegeben werden. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), sagte, bei der Gewaltkriminalität gebe es noch keine Trendwende. Seit 1993 stiegen die Fallzahlen um mehr als 31 Prozent. „Wir sind froh, dass es nicht weiter nach oben geht.“ Die Lage sei in manchen Stadtteilen schlechter als im Schnitt. Erstmals seit 1999 gab es bei Gewalttaten einen Rückgang, weil Raub, Erpressung, räuberische Angriffe auf Autofahrer sowie Körperverletzung abnahmen.

Die Zahl registrierter Straftaten insgesamt sank um 2,7 Prozent auf rund 6,11 Millionen. Knapp 55 Prozent aller Fälle wurden aufgeklärt, fast so viele wie 2007. Es gab 9,1 Prozent mehr gefährliche und schwere Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen, nämlich knapp 73 000. Die Zahl der Sachbeschädigungen stieg hier um 6,6 Prozent auf knapp 149 000.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, sagte: „Die Verrohung schreitet weiter voran.“ Der Polizei schlage mehr massive Gewalt entgegen - etwa bei Auseinandersetzungen von Links- und Rechtsextremisten, bei Großereignissen, bei Fußballspielen oder Streitereien in Kneipen oder Haushalt. Die Polizei müsse spürbar gestärkt werden. Insgesamt verzeichnet die Statistik bei der Straßenkriminalität unter anderem wegen eines Rückgangs bei Diebstählen aus Autos fünf Prozent weniger Delikte.

Die Zahl der Betrugsfälle sank um 2,7 Prozent auf rund 888 000. Allerdings gab es 105 Prozent mehr Betrügereien mit geklauten Daten und PIN-Nummern, nämlich mehr als 10 000 Fälle. An Geldautomaten werden die Daten mit technischen Hilfsmitteln ausgespäht.

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