Krise beim Kinderhilfswerk
Politiker fordern Rücktritt des Unicef-Vorstands

Politiker mehrerer Parteien haben einen Rücktritt des gesamten Unicef-Vorstandes gefordert. „Ein glaubwürdiger Neuanfang beinhaltet auch, dass der bisherige Vorstand im Sinne der Sache zurück tritt“, sagte Sascha Raabe, entwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatten sich zuvor der Interimsvorsitzende von Unicef, Reinhard Schlagintweit, und sein Bereichsleiter für Information, Christian Schneider, gemeinsam mit Burkhard Wilke, dem Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), den Fragen der Politiker stellen müssen.

Während die Politiker dem DZI danach weitgehend ordentliche Arbeit bescheinigten, hegen sie bei Unicef größere Zweifel. „Ich glaube, es ist noch nicht ganz beim Vorstand angekommen, was sie selbst angerichtet haben“, sagte Raabe. Viele Politiker wünschten sich mehr Enthusiasmus von den Unicef-Verantwortlichen für einen Neuanfang. „Es ist wichtig, dass Unicef sich so organisiert, dass sie mit frischem Wind und einem frischen Vorstand das Vertrauen bei Bevölkerung und Helfern zurückgewinnt“, sagte Christian Ruck, entwicklungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem Handelsblatt.

Nachdem die Vorsitzende Heide Simonis und der Geschäftsführer Dietrich Garlichs Ende Januar und Anfang Februar zurückgetreten waren, hatte Simonis’ Vorgänger Reinhard Schlagintweit übergangsweise wieder den Vorsitz übernommen. Zwei weitere Mitglieder des Vorstandes, Alexandra-Friederike zu Schoenaich-Carolath und Hans Jürgen Prinz, sind Mitte Februar aus dem Vorstand ausgeschieden.

Claudia Schumacher
Claudia Schumacher
Handelsblatt / Redakteur
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