Krise beim Kinderhilfswerk
Unicef schockiert – Spendensiegel aberkannt

Neuer Rückschlag für Unicef: Nach Agenturinformationen hat das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) entschieden, der deutschen Sektion des Kinderhilfswerks das Spendensiegel zu entziehen.

HB BERLIN. Als Begründung teilte das DZI mit, dass unter anderem Provisionen an Spendenwerber verschwiegen worden seien. Unicef habe von 2004 bis 2007 drei professionelle Spendenwerber erfolgsabhängig bezahlt, Nachfragen aber stets verneint.

„Mit den unzutreffenden Angaben hat Unicef gegen die in der Spenden-Siegel-Kriterien verankerte Darlegungspflicht verstoßen“, hieß es in der Mitteilung des DZI weiter. Die Management-, Leitungs-, und Aufsichtsstrukturen von Unicef müssten durchgreifend verbessert werden, damit sich derartige Fehler nicht wiederholten.

Das DZI vergibt das Siegel, das als Entscheidungshilfe für Spender dienen kann, auf der Basis von mehreren Kriterien. Dazu zählen unter anderem, dass Spenden nachprüfbar und sparsam verwendet werden und grundsätzlich keine Prämien, Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Vermittlung von Spenden gezahlt werden dürfen.

Unicef Deutschland steht seit Wochen in der Kritik. Der Organisation war vorgeworfen worden, mit den anvertrauten Spendengeldern nicht in jedem Fall ordnungsgemäß umgegangen zu sein. Die Vorsitzende Heide Simonis trat ebenso zurück wie der langjährige Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Garlichs werden zu großzügige Honorare für externe Berater vorgeworfen.

Unicef reagierte schockiert auf die Aberkennung des Spendensiegels. „Dieses Urteil trifft uns hart. Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagte der Interimsvorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhard Schlagintweit. Die Entscheidung solle nun Anlass sein, „mit allen Kräften an die Reform unserer Arbeit und unserer Strukturen zu gehen“.

Schlagintweit räumte ein, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Bei den vom Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) kritisierten Punkten habe es sich jedoch um Ausnahmefälle gehandelt. „Unicef arbeitet insgesamt sorgfältig und verantwortungsvoll“, erklärte er. Das Kinderhilfswerk wolle nun alles dafür tun, damit solche Fehler in Zukunft nicht mehr passierten. Die Arbeitsweisen würden bereits neu strukturiert.

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