Krisenflughafen Berlin-Brandenburg
Aufsichtsratschef will BER intensiv kontrollieren

Kann ein Regierungschef nebenbei eine Großbaustelle wie den Hauptstadtflughafen kontrollieren? Das wird Michael Müller nun unter Beweis stellen müssen. Er steht aber nicht allein vor dieser Aufgabe.
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BerlinDer Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller ist neuer Chef des Aufsichtsrats der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft. Das Kontrollgremium wählte den SPD-Politiker am Freitag einstimmig, wie ein Flughafensprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Müller tritt damit auch beim neuen Hauptstadtflughafen die Nachfolge von Klaus Wowereit an, der den Aufsichtsrat bis zu seinem Rücktritt als Regierungschef im Dezember geführt hatte. Die Betreiber wollen den neuen Flughafen nach mehreren geplatzten Terminen nun im zweiten Halbjahr 2017 eröffnen.

Müller will die Flughafengesellschaft intensiv kontrollieren. „Berlin wird immer sehr gut vorbereitet in die Aufsichtsratssitzungen gehen“, kündigte Baustaatssekretär Engelbert Lütke-Daldrup an. Er koordiniert Beamte aus mehreren Senatsverwaltungen, die dem Regierungschef zuarbeiten.

Im vergangenen Jahr hat der noch geschlossene Flughafen der Betreibergesellschaft allerdings erneut rote Zahlen eingebrockt. Trotz weiter steigender Passagierzahlen stand unter dem Strich ein Minus von 171 Millionen Euro, wie die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH am Freitag mitteilte.

Im Vorjahr hatte das Minus 181,7 Millionen Euro betragen. Mit dem Betrieb der Flughäfen Tegel und Schönefeld erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 289 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieb stabil bei rund 56 Millionen Euro.

Zuvor war auf Kritik gestoßen, dass wieder ein Spitzenpolitiker Chefkontrolleur des neuen Hauptstadtflughafens wird. Der brandenburgische Landesrechnungshof wies mehrfach darauf hin, dass Regierungschefs für solche Zusatzposten eigentlich keine Zeit hätten. Der zwischenzeitlich amtierende Vorsitzende, Brandenburgs Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider, erwiderte: „Wir werden einen guten Vorsitzenden bekommen.“ Der Aufsichtsrat habe gute Fachleute und sei gut zusammengesetzt.

Das jahrelange Debakel um geplatzte Eröffnungstermine und Planungsfehler war zum großen Teil auch den Politikern im Aufsichtsrat angelastet worden, darunter Wowereit. Müller hatte zunächst gezögert, den Aufsichtsratsvorsitz zu übernehmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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