Krisensitzung in Wien
Schweiz will an Rechtschreibreform festhalten

Deutschland ist von der Schweiz aufgefordert worden, an der gemeinsam mit Österreich vereinbarten Rechtschreibung festzuhalten.

HB ZÜRICH. „Mehrere gleichzeitig gültige Rechtschreibungen wären fatal“, sagte der Sprecher der schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Christian Schmid, am Montag. „Wir hoffen, dass die deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) unter dem Druck der Großverlage und einiger Ministerpräsidenten nicht kippt. Das wäre verheerend“, sagte Schmidt. Um ein Ausscheren Deutschlands zu verhindern, sei für den 23. August in Wien eine Krisensitzung der aus Vertretern der drei Ländern gebildeten „Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung“ anberaumt worden. „Wir werden gemeinsam mit unseren österreichischen Kollegen die deutsche Delegation inständig darum bitten, an der neuen Rechtschreibung festzuhalten.“

Um die Akzeptanz der bisher als „Akademikerveranstaltung“ kritisierten Kommission zu erhöhen, sollten in sie auch Kritiker der neuen Rechtschreibung eingebunden werden, sagte Schmid, dessen Institution der deutschen KMK entspricht. Ob die Schweiz, die beispielsweise den Buchstaben „ß“ aus der Schriftsprache verbannt hat, ihre orthografische Unabhängigkeit im Falle einer Rückkehr der Nachbarländer zur alten Rechtschreibung weiter ausbauen und an dem neuem Regelwerk festhalten wolle, wollte Schmid nicht kommentieren.

Die Ankündigung des Springer-Verlags und des „Spiegel“, schrittweise zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, hat in Deutschland eine Diskussion über die Rücknahme der 1998 eingeführten Reform ausgelöst, die zum 1. August 2005 rechtswirksam werden soll. Mehrere CDU-Ministerpräsidenten fordern die Rückkehr zur alten Rechtschreibung, was von der Kultusministerkonferenz abgelehnt wird.

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