Krisentreffen Stoiber/Merkel wird es nicht geben
Opposition liegt weiter im Clinch

Der Streit im Oppositionslager über die Führungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf 2006 dauert in unverminderter Schärfe an. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle geht weiter davon aus, dass CDU-Chefin Angela Merkel Kanzlerkandidatin der Union wird. Auch CDU-Landeschefs stärkten Merkel den Rücken und zeigten sich verärgert über die angeblichen Zweifel von CSU-Chef Edmund Stoiber an der Regierungsfähigkeit Merkels und Westerwelles.

HB BERLIN. Stoiber selbst ließ am Sonntag offen, ob er 2006 nochmals antritt oder auf eine neuerliche Kanzlerkandidatur verzichtet. Zugleich warnte die CSU die FDP davor, im Schatten der Union auf einen Wahlsieg zu hoffen. Einen Bericht, wonach Stoiber und Merkel den Streit in einem Krisentreffen klären wollen, dementierte die CDU.

Auslöser der neuerlichen Debatte waren angebliche Äußerungen Stoibers, das Duo Merkel und Westerwelle könnte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nicht das Wasser reichen. Stoiber lehnte es in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ ab, seine angebliche Kritik zu kommentieren. Auf die entsprechende Frage sagte er: „Sie kennen doch meine Devise, dass ich grundsätzlich keine Berichte über interne Diskussionen in der Partei kommentiere.“

Westerwelle sagte der „Welt am Sonntag“.: „Allen Störmanövern zum Trotz, die sich zum Teil wie Rückzugsgefechte lesen, rechne ich weiter mit einer Kanzlerkandidatin Angela Merkel.“ Stoiber erklärte, über die Kanzlerkandidatur werde die Union 2006 oder Ende 2005 entscheiden. „Wir brauchen nicht nur die beste Kanzlerkandidatin, oder den besten Kanzlerkandidaten, sondern wir brauchen eine exzellente Mannschaft mit großer Erfahrung.“ Auf die Frage, ob man noch mit ihm rechnen müsse, sagte Stoiber im ZDF-Interview: „Mit der CSU, mit dem CSU-Vorsitzenden muss mann immer rechnen.“

Bayerns Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) sagte dem Magazin „Focus“: „Wir werden vor der Bundestagswahl das Führungsduo Merkel und Stoiber besonders herausstellen. Die FDP muss selber sehen, wie sie zu ihren Stimmen kommt.“ Die Freidemokraten könnten nicht auf einen Koalitionswahlkampf hoffen.

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