Kristina Schröder
„Privilegienmutti“ der Nation

Das Betreuungsgeld wurde zwar vom Bundeskabinett gebilligt, bleibt aber umstritten. Bei Twitter wird die „Herdprämie“ kontrovers diskutiert und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zur Zielscheibe des Spotts.
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Im Netz formiert sich Protest gegen das von der Bundesregierung beschlossene Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Kita schicken. Auf einer virtuellen Unterschriftenliste, die unter anderem von Bündnis 90/ Die Grünen, Linkspartei, SPD und Piraten online gestellt wurde, haben sich bereits über 6.000 Unterzeichner verewigt. Sie unterstützen damit die Kampagne eines selbst ernannten „Bündnis' über Parteigrenzen hinweg“, das sich dafür stark machen will, „dass Eltern ein gutes und verlässliches Betreuungsangebot für Kinder haben“.

Das Betreuungsgeld sei schädlich, es sei teuer und von niemandem gewollt „– außer der CSU“, heißt es auf der Internet-Seite „Nein zum Betreuungsgeld“ und weiter: „Echte Wahlfreiheit gibt es nur mit guten Kitas und ausreichend Plätzen.“

Auch bei Twitter sind es vor allem die Kritiker, die sich unter dem Hashtag #Betreuungsgeld zu Wort melden: „Ich weiß gar nicht, was ihr gegen das Betreuungsgeld habt. Irgendwo müssen die Kandidaten für ‚Bauer sucht Frau‘ doch rangezüchtet werden“, bemerkt Dave Louie sarkastisch.

Das Betreuungsgeld sei wohl eher was für MAD – „migrationsverbunden, arm, dumm“, lästert auch FrauKannitverstan. Belgier mit Biss empört sich: „Wann hört denn dieser April-Scherz endlich auf? Ich kann da jetzt gar nicht mehr lachen!“ Und Fransziska Seyboldt reimt: „Ein Heimchen am Herd ist den Bayern was wert.“

Allein Der Binser sieht die Sache von zwei Seiten: Positiv am Betreuungsgeld sei, dass der „Aufwand für Kinderbetreuung honoriert“ werde. Negativ hingegen, dass die „Kita besser für Entwicklung der Kids“ sei.

Unter dem Hashtag #nichtmeineministerin wird indes Kristina Schröder zur Zielscheibe des Netzspotts: Hier werden einzelne nachträglich bearbeitete Fotos  veröffentlicht, auf denen die Bundesfamilienministerin unter anderem als „Privilegienmutti“  dargestellt wird, „die über ein modernes Weltbild lacht“. 

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Kristina Schröder: „Privilegienmutti“ der Nation"

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  • Tja, was soll man sagen? Gleichberechtigung für Frauen? Fehlanzeige. Gleichberechtigung bitte nur in dem Sinne wie es gerade passt, aber doch um himmelswillen nicht für die Frauen oder Männer die sich dafür entscheiden möchten eben nicht als reine Produktionsmaschienen für Nachwuchs zu dienen und schnellstmöglich wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen.

    Bloß keine Anerkennung für die Frauen und Männer die einen der wichtigsten und wertvollsten "Dienste" an der Gesellschaft leisten, nämlich die Erziehung von Kindern und den Zusammenhalt von Familien als eigentliche Keimzelle unserer Gesellschaft.

    Kita und Kindergärten sind über weite Strecken (und das höre ich jeden Abend aus berufenen Munde) reine Verwahranstalten und können selbst mit besserer Ausstattung nie das Leisten was ein zu Hause bleibendes Elternteil bei einer 1:1 Betreuung leisten kann.

    Stück für Stück versucht unsere Politik UND unsere Gesellschaft alle Aufgaben der Familie an externe Dienstleistungsbetriebe abzugeben. Kinderbetreuung, Krankenpflege, Altenbetreuung. Und dann wundern wir uns, dass das alles nicht mehr bezahlbar ist. Ein Jammer.

  • Womit will die Privilegienmutti das bezahlen?????

    Und warum um Himmelswillen sind die Ärmsten der Armen, Hartz IV-Empfänger, davon ausgeschlossen?????
    Die haben es doch weis Gott nötig!!!!!

    Soll es noch mehr sozialen Sprengstoff geben?????
    Bildung geht doch alle an!!!

  • Wegen solcher Leute wie Kristina Schröder, die auf dem normalen Arbeitsmarkt scheitern würde, wollen die feministischen Weiber im Bundestag ja die Quote.

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