Kristina Schröder
Startschuss zum Freiwilligendienst

Zivildienst und Wehrpflicht sind Geschichte - doch auf helfenden Hände sind viele Einrichtungen weiterhin angewiesen. Der nun gestartete Bundesfreiwilligendienst soll das Problem lösen.
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Berlin Der neue Bundesfreiwilligendienst ist offiziell gestartet - unklar bleibt, ob sich tatsächlich wie erhofft Zehntausende melden. Mit dem neuen Dienst könne der schmerzhafte Wegfall des Zivildienstes zumindest teilweise kompensiert werden, sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) am Montag in Berlin. In ihrem Ministerium wurden symbolisch die ersten Dienstverträge unterschrieben. Schröder startete eine Informationskampagne, die bewirken soll, dass sich fortan möglichst viele Interessierte melden.

Niemand sollte die Bereitschaft unterschätzen, sich freiwillig zu engagieren, meinte Schröder. Aktuell hätten bereits 14.300 Zivis erklärt, dass sie sich über das Ende der Wehrpflicht am 1. Juli hinaus engagieren wollten, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. Die Bundesregierung will rund 35.000 Männern und Frauen pro Jahr die Möglichkeit zum Einsatz geben. Erst im kommenden Jahr werde klar, ob die Zahl erreicht werde, sagte eine Sprecherin. Schröder unterstrich, dass Bundesfreiwillige künftig auch Kindergeld erhalten.

Beim Deutschen Roten Kreuz zeigte man sich "ganz optimistisch", genügend Interessenten zu gewinnen. "Wir streben 7000 Plätze an", sagte Sprecherin Svenja Koch der dpa. 9000 Zivildienstleistende hatte das DRK zuletzt. Es komme aber insgesamt darauf an, attraktive Angebote zu machen. "Bei uns überwiegen die Hoffnungen über die Sorgen", sagte auch die Sprecherin des Deutschen Caritasverbands, Claudia Beck. Hier seien 1900 Freiwilligenstellen vorgesehen. "Es wäre schön gewesen, wenn man früher in die Werbung hätte einsteigen können." Die Verbände setzen darauf, dass der auch für Frauen und Ältere offene Dienst möglichst rasch bekannt wird.

Der zuletzt nur noch sechsmonatige Zivildienst mit 90.000 Teilnehmern wird am 1. Juli durch den 6- bis 24-monatigen neuen Dienst ersetzt. Die Bundesregierung gibt dafür 350 Millionen Euro aus. Der Einsatz kann in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen sowie im Sport, im Zivil- und Katastrophenschutz oder der Integration stattfinden. Der Dienst soll reguläre Arbeitsplätze nicht verdrängen. Die Freiwilligen sollen 330 Euro Taschengeld bekommen. Grund für die Schaffung des neuen Dienstes ist, dass nach 55 Jahren die Wehrpflicht - und damit eben auch der bisherige Zivildienst - abgeschafft wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kristina Schröder: Startschuss zum Freiwilligendienst"

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  • Naiv, diese "Mama"; aber die glaubt wahrscheinlich auch die Märchen, die sie ihrem Kind demnächst vorliest.

  • Na, dann schaun mer mal würde man jetzt in Bayern sagen

  • "Nichts erfüllt mehr, als gebraucht zu werden." Das ist doch mal ein toller Slogan. Der wird bestimmt bald von den deutschen Arbeitgebern übernommen. "Seid froh, dass ihr gebraucht werdet. Aber verlangt bitte kein Geld für eure Arbeit." So lässt sich dieser Sozialabbau in Deutschland noch aufrechterhalten. Und das Ganze bei ständig steigenden Sozialversicherungsbeiträgen. Ich glaube, ich mach ein Altenheim auf. Dann dränge ich die Regierung darauf die Gesetze zu ändern. Das ehemals geforderte Fachpersonal darf dann durch Billigkräfte oder besser noch durch kostenlose Freiwillige ersetzt werden. Achso, da brauche ich die Regierung garnicht mehr drauf drängen. Die initieren diese Nummer selbst. Immer schön an das Helfersyndrom appellieren und dafür die Möglichkeit schaffen tausende Arbeitsplätze zu streichen. Ob nun 1-Euro-Job oder besser doch gleich ganz umsonst arbeiten. Das ist die Zukunft Deutschlands. Bin mal gespannt, wann Frau Schröder ihren ehrenamtlichen Dienst antritt. Ach nein, für einen Händedruck macht ein Politiker oder eine Politikerin nichts.

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