Kritik an Familienministerin Schröder
CSU will keine Kompromisse beim Betreuungsgeld

Der Vorschlag von Bundesfamilienministerin Schröder, die das Betreuungsgeld an Arztbesuche koppeln will, stößt bei der CSU auf heftige Kritik. Die bayerische Schwesterpartei der CDU will Extra-Bedingungen verhindern.
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BerlinDer koalitionsinterne Streit um das geplante Betreuungsgeld geht weiter. Die Vize-Generalsekretärin der CSU und familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Dorothee Bär, widersprach in der „Passauer Neuen Presse“ (Montagsausgabe) Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), die eine Auszahlung des Betreuungsgeldes an Arztbesuche knüpfen will: „Wir sollten die Auszahlung des Betreuungsgeldes nicht an Extra-Bedingungen knüpfen“, sagte Bär. Trotzdem sollten ihrer Ansicht nach alle Untersuchungen zur Kindervorsorge für alle Kinder verpflichtend sein, sagte die CSU-Politikerin.

Kompromissmöglichkeiten sieht Bär bei der Einführung des Betreuungsgeldes nicht. „Das Betreuungsgeld muss so eingeführt werden, wie es der Koalitionsausschuss beschlossen hat: Ab 2013 zum Start mit 100 Euro pro Monat für zweijährige Kinder, ab 2014 150 Euro für zwei- und dreijährige Kinder. Es muss bar ausgezahlt werden, nicht in Form von Gutscheinen.“ Die Vorlage des Gesetzes vor der Sommerpause bezeichnete sie als den
„spätestmöglichen Termin“.

Das Betreuungsgeld ist für Eltern vorgesehen, die ihre Kleinkinder selbst zu Hause betreuen oder dies privat organisieren wollen. Die von der CSU geforderte Leistung ist bei der FDP schon länger umstritten, auch mehrere Unionsabgeordnete haben inzwischen mit einem Nein im Bundestag gedroht. Die Opposition fordert seit langem, die für das Betreuungsgeld eingeplanten Mittel lieber in den Ausbau der Kitas zu stecken. Auch Arbeitgeber,
Kommunen und Migrantenverbände wandten sich gegen die Pläne.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kritik an Familienministerin Schröder: CSU will keine Kompromisse beim Betreuungsgeld"

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  • Der Lobbyismus der FDP mit dem sie den Hoteliers, Ärzten und Anderen, Pfründe eröffnet ist einfach Schäbig. Aber das, was Herr Seehofer veranstaltet, ist doch noch ein anderes Kaliber. Jeder, der noch ein wenig geradeaus denken kann, ganz davon abgesehen, was die Wissenschaft dazu sagt, weiß, daß damit für viele Kinder aus bildungsfernen Schichten schon in frühester Kindheit die Weichen auf Versagen gestellt werden. 7% Analphabeten in Deutschland; 20% eines Jahrgangs nicht ausbildungsfähig! Dies alles kann die politische Wetterfahne aus Bayern nicht bewegen verantwortungsvoll zu handeln.

  • Für Alk und Zigaretten ist immer Geld da! Da lassen die Leute lieber ihre Kinder verlumpt rumlaufen, als auf die Kippen zu verzichten! Und das sind vorallem diejenigen, die auf Staatskosten leben!

  • Das Betreuungsgeld für Jedermann ist genau so blödsinnig, wie das Kindergeld.
    Inzwischen blickt doch keiner mehr durch, was an Familienförderungen alles den Leuten hinterher geschmissen wird.
    Sozial in Deutschland heißt ständig nur mit der Gieskanne übers Volk zu gehen.
    Wann begreifen wir endlich, dass sozial ist, wenn man da gibt, wo es dringend gebraucht wird?
    Die sehr gut verdienende Mittelschicht, also Anwälte, Ärzte, Steuerberater etc. braucht kein Geld vom Staat. Wenn die ihre Kinder nicht großziehen können, wer dann?
    Die Chefarzt-Gattin braucht wohl kein Betreuungsgeld
    Ich erlebe es in meinem Umfeld, dass in vielen dieser Familien das Kindergeld zur Seite gelegt wird für den Mallorca-Urlaub oder komplett auf das Konto der Kinder geht. Wir fianzieren also das Kosnumverhalten schon der 14jährigen. Das kann es nicht sein
    Wer säuft sich denn die Hucke voll bis ins Krankenhaus?
    Das sind genau diese Kinder, denn die Armen haben kein Geld für Alkohol

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