Kritik an Kristina Schröder

„Merkel darf auch Familienministerinnen entlassen“

Die Dauer-Kritik an Familienministerin Schröder könnte zum Problem für die Kanzlerin werden. Die SPD macht auch Merkel für die Fauxpas der Ministerin verantwortlich und bringt Konsequenzen ins Spiel.
13 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder (re., beide CDU). Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder (re., beide CDU).

(Foto: dpa)

Die SPD hat Bundeskanzlerin Angela Merkel  für die umstrittene Personalpolitik ihrer Familienministerin Kristina Schröder (beide CDU) mitverantwortlich gemacht und Konsequenzen gefordert. Weder die Personalpolitik der Ministerin noch das Betreuungsgeld seien vertretbar. „Statt Geld in den Kitaausbau zu investieren und sich um die wirklichen Probleme von Kindern und Familien in diesem Land zu kümmern, setzt sie falsche Gesetze durch und vertritt eine ideologische Personalpolitik“, sagte der Sprecher der konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, Handelsblatt Online. „Die Verantwortung hierfür trägt Frau Merkel. Sie hat sie berufen, hält an ihr fest und ist daher verantwortlich.“

Auf seiner Facebook-Pinnwand legt Kahrs Merkel indirekt die Entlassung Schröders nahe. „Die Bundeskanzlerin darf meines Wissens nach übrigens etwa Familienministerinnen ohne Angabe von Gründen entlassen“, schreibt Kahrs.

Schröder hatte ihre Gleichstellungsexpertin Eva Maria Welskop-Deffaa in den einstweiligen Ruhestand versetzt, was in den vergangenen Tagen für massive Kritik gesorgt hatte. Auch die 1600 Frauenbeauftragten der deutschen Kommunen sollen gegen den Rauswurf protestiert haben. Die bisherige Leiterin der Abteilung Gleichstellung und Chancengleichheit gilt als national und international anerkannte Frauenrechtsexpertin. Die Gründe für die Entscheidung von Schröder bleiben im Dunkeln - allerdings wird kolportiert, dass Welskop-Deffaa bei Betreuungsgeld und Frauenquote eine andere Position als die Ministerin gehabt haben soll.

Der Parlamentarische Staatssekretär Hermann Kues (CDU) teilte am Dienstag lediglich mit, man habe gegenüber dem Bundespräsidenten Gründe geltend gemacht, die eine Versetzung der 53-Jährigen in den einstweiligen Ruhestand rechtfertigten. „Die Entscheidung wurde nach Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens getroffen“, versicherte Kues in seiner Antwort auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Kerstin Griese.

Griese hält die Antwort des Ministeriums jedoch für inakzeptabel. Sie habe Welskop-Deffaa „als loyale Beamtin erlebt, die den Zielen einer zeitgemäßen Familien-, Frauen- und Gleichstellungspolitik
verpflichtet ist“.
Die vakante Stelle wird dem Vernehmen nach mit der bisherigen Unterabteilungleiterin Renate Augstein besetzt. Die 61-jährige Volljuristin arbeite seit gut 30 Jahren im Familienministerium und sei eine ausgewiesene Expertin in Frauen- und Gleichstellungsfragen. Mit der Personalie wollte sich am Mittwoch auch das Bundeskabinett befassen.

Zudem soll eine weitere Abteilungsleiterstelle mit einer Frau besetzt werden. Dabei handelt es sich um die Nachfolge von Lutz Stroppe, der die Abteilung „Kinder und Jugend“ im Ministerium leitete und Anfang Juli Staatssekretär wurde. Diese Stelle soll mit einer Kandidatin besetzt werden, die mit dem Thema Kita-Ausbau vertraut ist und aus einem der Bundesländer kommt.

  • dne
  • afp
Startseite

Mehr zu: Kritik an Kristina Schröder - „Merkel darf auch Familienministerinnen entlassen“

13 Kommentare zu "Kritik an Kristina Schröder: „Merkel darf auch Familienministerinnen entlassen“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn die Regierung Familien fördern will, sollte sie das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ersetzen, allerdings würde das den Staat zusätzlich Geld kosten, sagt Prof. Dr. Wolfgang Wiegard http://www.atkearney361grad.de/2012/07/24/finanzielle-forderung-von-familien-4/

  • Eine Familienministerin, die sich die Legalisierung von Körperverletzung an Kleinkindern auf die Fahnen geschrieben hat, ist eh obsolet und verdient unser aller Verachtung.

  • wiso als nächster Schritt, schon mal was von Bedarfsgemeinschaft und ALG 2 gehört. Nur Krippenplätze brauchts für alle, dann ist Arbeitszwang automatisch.

  • klar muss die SPD meckern, aber das ändert nichts daran, dass die Volkspartei für Männer und Väter in diesem Land nicht mehr wählbar ist. Frau Welskop-Deffaa war und ist eine Steinzeitfeministin, deren Gesellschaftsmodell, outsourcing der Familienarbeit uns langsam aber sicher um die Ohren fliegt. Vielleicht ist Frau Schröder die erste Familienministerin, die sich wieder auf die Familie konzentriert und nicht auf Gendemainstreaming und alles außer Männer. Ind fürs Handelsblatt, die Volkswirtschaft durch Sozialberufe aufblähen aber die Industrieproduktion vernachlässigen kann nicht lange gutgehen!

  • Zur Errinerung:


    Nicholas Rockefeller sagte folgendes: "Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden."



    Frau Schröder ist eine Marionette der Globalen Elite. Nicht mehr und nicht weniger. Ihre eigenen Kinder tun mir Leid.

  • ich bin froh dass sich Frau Schroeder "nur" um das Ressort Familie kümmert. Obwohl.... Besser sind die Kollegen/innen auch nicht. Passt also ganz gut in unsere Regierungsmannschafft.

  • Falsch! Frau Schröder macht nichts, das sie in Ihrer Funktion als Familienministerin in irgendeiner Weise profiliert und deshalb gehört sie weg. Wie übrigens noch das ein oder andere Kabinettsmitglied.

  • Emanziption
    ja klar darf Merkel alles. Sie hat ja auch beste Hilfe von der SPD udn vor allem von den Grünen.
    Honecker durfte auch alles und Merkel ist doch nur die späte Rache von Honecker

  • Ministerin Schröder macht nichts und damit nichts falsch!

  • Egal ob man nun Schröder gut fidnet oder nicht, aber was geht das denn die SPD an, wer in der Regierung entlassen wird oder nicht?
    Aber die SPD zusammen mit den Grünen, wollen ja ihren neuen Feminismus durchsetzen, die Frauenqote muß her, aber nur für Vortände, für die normalen Frauen nicht, die Kinder ab in die Staatserziehung, husch, husch, die Kleinen schön auf Linie bringen
    Geht ja gar nicht, dass Mütter sich liebevoll zu Hause um ihre Kinder kümmern, bis die mit 3 oder 3,5 ganz normal in den Kindergarten gehen
    Dann kommt natürlich als nächster Schritt der Arbeitszwang für Frauen.
    Es lebe das Mischmasch aus Drittem Reich und DDR. Denn das hben wir ja derzeit
    Mann, Mann, wo ist die einstmals sozial-demokratische SPD bloß gelandet

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%