Kritik an Möllring zurückgewiesen
Baden-Württemberg will im Ärztestreik vermitteln

Im Tarifstreit der Ärzte haben sich Baden-Württemberg und der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) am Wochenende unabhängig voneinander als Vermittler angeboten. Sie wollen damit eine Eskalation des Konflikts um höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen der 22 000 Ärzte an Unikliniken und Landeskrankenhäusern vermeiden.

BERLIN. Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) will am Dienstag Gespräche mit dem Marburger Bund führen. Der Verband der Universitätskliniken bot an, mit Sachverstand zur Lösung des Konflikts beizutragen.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Frank-Ulrich Montgomery, zeigte sich offen für Vermittlungsversuche. Gleichwohl will die Ärztegewerkschaft den seit acht Wochen andauernden Arbeitskampf massiv verschärfen. Ärzte an 25 Unikliniken und 14 Landeskrankenhäusern sollen ab heute für eine Woche bis auf einen Notdienst die Arbeit niederlegen. Kommt es dazu, wäre dies der größte Ärztestreik in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

„Unser Ziel ist es, das Verhandlungsklima wieder zu versachlichen“, sagte Stratthaus dem Handelsblatt. „Deshalb wird es am Dienstag Gespräche auf Arbeitsebene geben, um zu einer gemeinsamen Bewertung des erreichten Verhandlungsstandes zu kommen.“ Es könne doch nicht sein, „dass beide Seiten das Angebot der Tarifgemeinschaft der Länder völlig unterschiedlich bewerten“. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte ihr jüngstes Angebot von 16 Prozent mehr Gehalt vor allem auf die jüngeren Ärzte zugeschnitten. Der Marburger Bund rechnete indes vor, für die Ärzte insgesamt – also inklusive älterer Mediziner – bedeute dies ein Plus von nur einem Prozent. Er war mit der Forderung nach 30 Prozent höheren Bezügen in die Verhandlungen gegangen.

Der Vizepräsident des VUD, Jörg Rüdiger Siewert, kritisierte im Berliner „Tagesspiegel“ eine „unbillige Verhärtung der Fronten“. Eine Ausweitung des Streiks würde medizinische Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung existenziell schädigen. Die Länder-Tarifgemeinschaft bezeichnete er als nicht mehr funktionstüchtig. Die Verhandlungen müssten deshalb nun auf die einzelnen Länder heruntergebrochen werden.

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