Kritik an Rentenbonus der Union
Familienexperten loben SPD-Plan für Elterngeld

Die Autoren des 7. Familienberichts für die Bundesregierung haben sich hinter das Vorhaben der Regierung gestellt, nach der Wahl ein Elterngeld als Lohnersatz einzuführen. Damit könne der „Achterbahneffekt“ bei den Finanzen junger Familien wirksam verhindert und so die in Deutschland extrem niedrige Geburtenrate gesteigert werden, sagte der Vorsitzende des Expertengremiums, der Soziologe Hans Bertram, bei der Vorstellung.

bag BERLIN. Das Konzept des Elterngeldes sei europaweit im Trend, sagte Bertram. Sowohl die konservative Regierung Frankreichs als auch Großbritanniens Labour-Regierung planten entsprechendes. In Nordeuropa habe sich gezeigt, dass damit auch die Zahl der Familien mit mehr als zwei Kindern wieder steige.

Indirekte Kritik übte Bertram dagegen an dem von der Union in Aussicht gestellten Rentenbonus von 50 Euro monatlich pro Kind. Es sei sinnvoller „junge Familien dann zu unterstützen, „wenn das Geld knapp ist, nicht später“. Das gelte auch für das steuerliche Ehegattensplitting.

Die Union wirft Familienministerin Renate Schmidt (SPD) jedoch vor, das Elterngeld sei nicht finanzierbar. Eltern, die zeitweise zu Hause bleiben, sollen danach ein Jahr lang 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens erhalten, maximal 1 800 Euro im Monat. Insgesamt koste das Elterngeld 4,2 Mrd. Euro pro Jahr. Drei Mrd. sollen durch die Streichung des bisherigen Erziehungsgeldes – 300 Euro im Monat, bis zu zwei Jahre – frei werden. Schmidt konterte, der Rentenbonus der Union „kostet schon 2009 genauso viel wie das Elterngeld“.

Insgesamt gebe Deutschland durchaus überdurchschnittlich viel für Familien aus, sagte Bertram: Nach Angaben der Bundesbank jährlich rund 150 Mrd. Euro. Um die Familienförderung effektiver zu machen, dürfe das Geld jedoch nicht länger unkoordiniert aus diversen Töpfen kommen, sondern müsse „in einer Familienkasse konzentriert werden“. Als Vorbilder gelten hier vor allem Frankreich, aber auch Belgien, Luxemburg und Österreich.

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