Kritik an Spielzeug in Süßigkeiten
Wirbel um das Überraschungs-Ei

Nicht nur Kinder fliegen darauf, sein Inhalt ist auch begehrtes Sammelgut: Das Überraschungs-Ei. Doch die Kinderkommission des Bundestags hält nun Spielzeug in Süßigkeiten für gefährlich. Der Aufschrei der Süßwarenbranche ließ nicht lange auf sich warten. Dann wieder Entwarnung: Eine Verbot sei nicht geplant. Die Verwirrung um das Schicksal der Schoko-Eier ist perfekt.

HB BERLIN. Zunächst geht es dem Überraschungs-Ei jedenfalls nicht an die Pelle. Die Kinderkommission des Bundestags plane kein Verbot der mit Spielzeug gefüllten Schokoladeneier, stellte die FDP-Politikerin Miriam Gruß als Mitglied der Kommission am Donnerstag klar. Es handle sich um einen Appell. Das Gremium fordere in seiner umstrittenen Stellungnahme vielmehr einen Hinweis auf die Erstickungsgefahr für Kleinkinder, wenn Spielzeug in Kombination mit Lebensmitteln angeboten werde. Dagegen hatte die "Bild"-Zeitung Gruß zuvor noch mit den Worten zitiert: "Das würde auch das Verbot von Überraschungseiern zur Folge haben - so traurig es ist".

Das drohende Aus für die Überraschungseier sorgte nicht nur bei Kindern für Aufruhr. Die seit 1974 in Deutschland erhältlichen Schoko-Produkte genießen auch bei vielen Erwachsenen Kultstatus. Der Hersteller Ferrero betont auf seiner Internetseite, alle Spielzeuge würden von anerkannten Instituten auf ihre Sicherheit überprüft. Laut Ferrero waren die Schlümpfe 1983 die ersten handbemalten Figuren, die aus dem Ei kamen. Ihnen folgten später Tapsi Törtels und Happy Hippos. Kleines Spielzeug gibt es unter anderem noch in Cornflakes, aber auch in anderen Produkten.

"Es gibt keinen Nachweis von Gesundheitsgefahren durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmitteln", sagte der Vizegeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie, Torben Erbrath. "Experten haben das Überraschungsei für ungefährlich befunden." Produkte, an denen Kinder sich verschlucken könnten, seien vom Markt genommen worden.

Die Kinderkommission hatte Sicherheitsrisiken für Kinder im Alltag untersucht und war auf die Kombination von Spielzeug mit Lebensmitteln gestoßen, die besonderes Gefahrenpotenzial berge. In einer Stellungnahme fordert sie daher: "Keine Kopplung von Nahrungsmitteln und Spielzeug." Außerdem verlangt die Kommission zum Schutz der Kinder leichtere Schulbücher und "gewichtsarme" Schulranzen.

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