Kritik an Treffen mit Pegida
„Die AfD schwankt zwischen FDP und NPD“

AfD-Chefin Petry will heute die Pegida-Organisatoren treffen. Der Termin im Dresdner Landtag sorgt schon im Vorfeld für heftige Kritik. Linken-Chef Riexinger wirft Petry vor, „völkisches Gedankengut“ zu verbreiten.
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BerlinDer Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat die sächsische Fraktionschefin der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, scharf dafür kritisiert, dass sie sich heute mit den Pegida-Organisatoren zu einem Gespräch trifft. Dieses Treffen sei „entlarvend“ für die Pläne eines Teils der AfD-Führung. „Die Partei schwankt zwischen FDP und NPD. Da wollen sich einige rechts von der Wand aufstellen“, sagte Riexinger dem Handelsblatt.

Mit Blick auf Petry, die auch Co-Vorsitzende der Bundes-AfD ist, sagte Riexinger weiter: „Das Gedankengut, das Leute wie Petry verbreiten, ist im Kern völkisch und nationalistisch. Ihr Begriff von Demokratie ist nicht der des Grundgesetzes: Da steht, die Würde des Menschen ist unantastbar, nicht nur die Würde der Deutschen.“

Petry hatte die Einladung an Pegida gegen Kritik verteidigt: „Wir werden uns vorurteilsfrei anhören, worin die politische Zielsetzung der Organisatoren besteht. Viele Parteien und Organisatoren reden über Pegida, wir reden mit ihnen“, sagte sie.

Das Dresdner Pegida-Bündnis erklärte, bei dem Gespräch im sächsischen Landtag sollten mögliche Gemeinsamkeiten mit der AfD ausgelotet werden. „Wir wollen mal sehen, wo die Schnittmengen liegen“, sagte die Sprecherin des Anti-Islam-Bündnisses, Kathrin Oertel, der Agentur dpa. Der Einladung von AfD-Fraktionschefin Petry werde das gesamte zwölfköpfige Organisationsteam um Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann folgen. Über den Verlauf des Gesprächs wollen die rechtskonservative AfD und Pegida erst am Donnerstag informieren.

Pegida steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Die Demonstrationen der Initiative in Dresden gegen vermeintliche Überfremdung hatten zuletzt immer mehr Zulauf, am Montag zählte die Polizei 18.000 Teilnehmer.

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  • Das Establishment ist verrückt geworden. Als einzige Partei spricht die AfD mit Vertretern massenhaft besorgter Bürger und wird dafür mit Schaum vorm Mund von der politischen Konkurrenz, von Kirchen und Medien niedergemacht. Demokratie und Meinungsfreiheit sehen völlig anders aus, und in diesen Tagen begreifen dies Millionen. Der Rückhalt für AfD und PEGIDA im Internet ist gewaltig und wächst stündlich - aber natürlich wird dies alles in den Medien verschwiegen, und entsprechende Umfragen, sobald sie denn nicht in die gewünschte Richtung laufen, einfach abgeschaltet. Aber Vorsicht: das Volk lässt sich im Internetzeitalter nicht mehr per Bildzeitung regieren. Nie war der Wahl- und Wutbürger informierter und ausgeschlafener, und wer weiter die Bürger beschimpft, der wird sich nur noch mit massiver Wahlfälschung 2017 ein letztes Mal retten können.

  • Herr Traustein
    ich muß Ihnen leider zustimmen

  • Morde sind also völkisches Gedankengut? Die Linken sind also für Morde, wenn sie im Auftrag des Islams gemacht werden? Welche entsetzliche Vorstellung, da auch viele unserer Politiker/Kirchenleute dies wollen!!

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