Kritik an Unions-Wahlkampf
CDU-Politiker Merz denkt an Polit-Comeback

Das Verhältnis zwischen ihm und der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel gilt als gespannt. Für Friedrich Merz war das mit ein Grund, aus der Politik auszusteigen. Für immer? Wohl nicht. Bei einer Wahlveranstaltung in Berlin sprach der einstige Unions-Finanzexperte offen über ein Politik-Comeback. Und er nannte Bedingungen dafür.

HB BERLIN. Er schließe eine Rückkehr in die Politik nicht aus, "auch wenn der eine oder andere das als Drohung empfindet", sagte der frühere Unionsfraktionschef laut "Spiegel Online" am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Berliner CDU-Ortsverbandes Altglienicke. Nun aber sei "der richtige Zeitpunkt für eine Auszeit", sagte der Finanzexperte. "Es gibt einige Verspannungen und Verkantungen, die nicht auflösbar sind", so Merz. Dies habe er zweimal in dieser Wahlperiode versucht, es sei jedoch nicht gelungen. Gleichwohl betonte der CDU-Politiker, er sei "immer bereit, über eine Rückkehr nachzudenken". Das setze aber voraus, "dass wir ein Team haben und dass wir das gemeinsam wollen."

Der scheidende CDU-Bundestagsabgeordnete nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, den bisherigen Wahlkampf seiner Partei zu kritisieren. "Ich hoffe, dass wir auch noch über Themen reden", sagte Merz. "Ich gehöre zu denjenigen, vielleicht zu den wenigen in der CDU, die bedauern, dass wir keine harte inhaltliche Auseinandersetzung führen." Vielleicht komme das noch, der CDU-Politiker weiter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach den starken Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen in Thüringen und im Saarland wegen ihrer zurückhaltenden Wahlkampfführung auch aus den eigenen Reihen kritisiert worden war, nannte er namentlich nicht. Das Verhältnis zur CDU-Vorsitzenden gilt als gespannt, nachdem diese ihn 2002 von der Fraktionsspitze verdrängt hatte. Ende 2004 war Merz auch von seinem Posten als stellvertretender Fraktionschef zurückgetreten. Am 27. September kandidiert er nicht erneut für den Bundestag. Mit öffentlichen Äußerungen hatte er sich zuletzt zurückgehalten.

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte indessen ihre zurückhaltende Wahlkampfstrategie erneut. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Menschen unseren argumentativen Wahlkampf mehr schätzen als ein Einschlagen auf andere“, sagte sie der „Leipziger Volkszeitung“.

Seite 1:

CDU-Politiker Merz denkt an Polit-Comeback

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%