Kritik an Westerwelle
Kubicki fordert Rauswurf von FDP-„Maulwurf“

Die Spitzelaffäre sorgt in der FDP für Unmut über Parteichef Guido Westerwelle. Das Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki forderte von dem FDP-Chef den Rauswurf des Mitarbeiters. Während Westerwelle seinen ehemaligen Büroleiter in Schutz nimmt, mehren sich innerhalb der FDP-Fraktion Zweifel an der Darstellung der Parteispitze.
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HB BERLIN. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki verlangte am Samstag ein härteres Durchgreifen von Westerwelle. Dessen bisheriger Büroleiter Helmut Metzner, der die US-Botschaft mit internen Informationen versorgt hatte, müsse fristlos entlassen werden. Die SPD forderte Westerwelle auf, Verantwortung zu übernehmen und offene Fragen zu klären. Die FDP-Spitze bemühte sich dagegen weiter, den Fall herunterzuspielen.

Die Internetplattform Wikileaks hatte vor einer Woche rund 250 000 teils vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums ins Internet gestellt. So wurde bekannt, dass ein FDP -"Maulwurf" der amerikanischen Botschaft in Berlin vor einem Jahr Informationen aus den Koalitionsverhandlungen geliefert hatte. Als Spitzel wurde Westerwelles Büroleiter enttarnt. Die FDP zog Metzner daraufhin von dieser Aufgabe ab. Die Partei hält aber weiter an ihm fest.

Westerwelle nahm seinen Mitarbeiter in Schutz. "Er hat weder vertrauliche Geheimnisse ausgeplaudert noch gegen Gesetze verstoßen", sagte der Parteichef.

"Sache wird dramatisiert"

FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte, die Sache werde dramatisiert. "Ein Mitarbeiter, der ohnehin mit der Pflege internationaler Kontakte beauftragt war, hat offenbar über verdichtetes Zeitungswissen gesprochen", sagte er. Dies sei "manchmal vielleicht ungeschickt" gewesen, aber letztlich sei die US-Botschaft dadurch nicht besser informiert gewesen als Zeitungsleser.

Kubicki wertete die Indiskretion dagegen als schwerwiegendes Vergehen und forderte den sofortigen Rauswurf Metzners.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge lieferte der FDP-Mitarbeiter den Amerikanern schon deutlich früher Informationen als bislang bekannt. Aus den Botschafts-Dokumenten sei ersichtlich, dass die Kontakte zwischen Metzner und der US-Vertretung mindestens bis ins Jahr 2007 zurückgingen, meldete das Magazin.

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  • An Westerwelles Stelle würde ich Kubicki feuern, was in einer demokratischen Partei natürlich nicht geht. Sich mit solcher "Kritik" mal wieder in die Medien zu schieben ist typisch Kubicki. Wo soll Metzner denn Schaden angerichtet haben?

  • Wer weiß, was Herr Metzner noch alles weiß, vielleicht hat er auch aufschlußreiches bildmaterial. Guido wird es mindestens ahnen oder auch ganz genau wissen. Also besser so einen Mann behalten und gut weiterschmieren, als ihm alle Freiheiten für neue Offenbarungen einzuräumen. Möglicherweise ist Kubicki nicht schwul genug, um ausreichend sensibilisiert zu sein... Man sieht's mal wieder: in der FDP geht es schon lange nicht mehr um Politik.

  • Ach Gott: die FDP hat ein problemchen? Da haben wir was anderes,..denn in bayerns Staatl. Kliniken, von CSU-Ministerien überwacht, deren Haderthauer und Söder genau aufpassen, kommt man vielleicht etwas krank hinein - aber garantiert und häufig tot heraus, so das Az: 1 AR 144/09 aus Karlsruhe und haufenweise weitere in München.

    Darfs noch etwas Folter al la CSU-Medicus sein? Nebenbei sind nämlich Sado-Perverse am Werk. Gleich Hundertfach gibts Dorktors ohne "Dr."-Promotion, aber halt auf Schildchen und Unterschriftchen. Dann hätten wir noch Killer in Polizeiuniform der csu-bayern im Programm. 7 Fälle, sieben Leichen. Das macht sich gut vor der Welt. "Kriminelle Faktenmacher der Polente bayerns" streiten mit den "Modernen Mengeles von Haar bis Straubing" um ein Plätzchen bei Olympia. Nicht "2018" in München, denn das ist gestrichen bei soviel CSU-Leichengift, sondern bei der Polit-Perversen-Olympiade täglich hier und anderswo. Upps, da hätt ich jetzt fast vergessen, auf die FDP einzugehen und den "geheimnisverrat". Hoffentlich mag mich Guido noch, Herr Kubicki, ihr seid aber auch so Schelme...???

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