Kritik aus Deutschland
US-Aktion gegen bin Laden wirft Fragen auf

Über die genauen Umstände des Todes von Osama bin Laden gibt es wenig Informationen. Der Al-Kaida-Chef sei mit einem Kopfschuss getötet worden, hieß es nach US-Angaben. Das ist den Grünen zu wenig.
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DüsseldorfAngesichts der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden fordern die Grünen von den USA Aufklärung über die Hintergründe der Anti-Terror-Aktion. Bei aller Erleichterung dürften die Regeln des humanitären Völkerrechts nicht vergessen werden, sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck Handelsblatt Online. Die aktuelle Nachrichtenlage werfe zum Hergang des Ereignisses Fragen auf, die noch geklärt werden müssten: „Gezielte Tötungen im Rahmen eines Krieges sind völkerrechtlich zwar legal. Aber nur, wenn die Getöteten Beteiligte an bewaffneten Auseinandersetzungen waren und es kein milderes Mittel gab“, sagte der Grünen-Politiker. „Wenn Osama bin Laden durch einen Kopfschuss getötet werden konnte, dann muss die Frage erlaubt sein, ob man ihn nicht auch hätte festnehmen und vor ein rechtsstaatliches Gericht hätte stellen können.“

Dessen ungeachtet betonte Beck, die erfolgreiche Operation gegen Osama Bin Laden führe weltweit zu Erleichterung, auch bei ihm. Er äußerte die Hoffnung, dass das Al-Kaida-Netzwerk nunmehr in seiner Kampfmoral und strukturell geschwächt sei. „Gerade jetzt ist Aufmerksamkeit geboten, welche konkreten Auswirkungen der Tod bin Ladens auf die Aktivitäten des Terrornetzwerkes haben wird“, sagte er.

Das Ende von bin Laden dauerte angeblich gerade mal knapp 40 Minuten. US-Regierungsbeamte gaben in der Nacht zum Montag einen Einblick in die dramatische Operation, bei der eine Eliteeinheit den Al-Kaida-Chef mit einem Kopfschuss tötete. Was sie schildern, klingt wie ein Thriller - mit akribischer Schnüffelarbeit verschiedener US-Geheimdienste, wichtigen Tipps von Terrorgefangenen und Bin-Laden-Vertrauten, die unwissentlich die Jäger auf die richtige Fährte brachten.

Am Sonntagnachmittag Washingtoner Zeit - kurz nach Mitternacht Ortszeit in Pakistan - war es dann so weit: Nach intensiver Vorbereitung auf die „komplexe und besonders gefährliche Operation“ begann der Angriff des US-Elitekommandos Navy-Seals. Die Soldaten kamen mit zwei Hubschraubern. Bin Laden setzte sich zur Wehr. Bei dem Feuergefecht wurden drei weitere Männer getötet. Darunter sind nach Vermutungen der US-Stellen Bin Ladens erwachsener Sohn und zwei Brüder, die als Kuriere gearbeitet hatten und eine wichtige Spur zu dem Terror-Chef waren.

Auch mehrere Kinder und Frauen hielten sich auf dem Anwesen auf, eine der Frauen wurde von einem der männlichen Al-Kaida-Kämpfer als menschliches Schutzschild benutzt und starb, zwei weitere Frauen erlitten Verletzungen. Keiner der Amerikaner kam zu Schaden, aber das Kommando verlor einen ihrer Hubschrauber. Das Team flog nach der Operation gemeinsam mit einem Helikopter aus. Den zurück gebliebenen Hubschrauber zerstörten die US-Soldaten vorher.

Die Operation des Elitekommandos war seit langem vorbereitet worden. Von dem Moment an, da Bin Laden als eine Bedrohung identifiziert worden sei, habe der Geheimdienst CIA systematisch Informationen über den inneren Zirkel um den Terroristenführer gesammelt, schilderten die Beamten, die anonym bleiben wollten, in Washington.

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  • @ Beck was für ein Weichei ? Wann endlich zieht Realität im Handeln ein ? THW - Einsatz = Volksverarsche. Krieg, Blut, abgetrennte Körperteile TOT. Eins sollte euch träumern da oben klar sein so eine Lumpenelite hat das deutsche Volk nicht verdient. Es muss getan werden. Spassgesellschaft war gestern. Er wird geführt ob ihr wollt oder nicht. Eure Spielchen kann man nur satt haben. Der Kelch muss geleert werden bis zur Neige.

  • die Regeln des humanitären Völkerrechts nicht vergessen werden, sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck
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    man sollte den Grünen in ihrer Parteizentrale in Berlin mal so richtig Feuer unterm Arsch machen.
    Mein Gott, was für ein Gesülze von diesem Beck.
    Wie von einem Kleinkind. Der Typ vergißt wohl, wie viele Menschen diser Bin Laden auf dem gewissen aht. Für so einen Schwerverbrecher lese ich nicht vorher das Völkerrecht.
    Und schon die freche Redeweise. Die Grünen haben von den USA überhaupt nichts zu fordern.
    Und der Wunsch man hätte ihn vor Gericht stellen können. Beck meint sicher damit auch, vor ein deutsches Gericht mit Kuscheljustik und Kulturbonus für Moslems.
    Da macht dann der Richter ein bißchen Du, Du, Bin Laden kriegt ein paar Monate auf Bewährung und anschließend reicht er hier Hartz IV ein und baut eine Riesenmoschee. So hätten es die Grünen gerne
    Adenauer sagte mal "er sei ja mit dem lieben Gott soweit einverstanden, dass er der Intelligenz Grenzen gesetzt hat, dass er das aber nicht auch mit der Dummheit getan hat, das nehme er ihm prsönlich übel"


  • Warten wir mal ab, wieviele US-Bürger demnächst außerhalb der USA durch Kopfschuß auf offener Straße getötet oder verschleppt und dann "hingerichtet" werden.
    Mich entsetzt, wie 007-Methoden zur Norm angeblich rechtsstaatlichen und juristisch sauberem Handeln geworden sind. Angebliche Barbaren durch eigenes barbarisches Handeln zu beseitigen erscheint mir als Zeichen schlimmsten Verfalls und Verlust aller humanen oder auch christlich-abendländischen Werte. Man behauptet, fast ein Jahr Zeit gehabt zu haben, um die Sache einzufädeln und schaffte es dann nicht, eine so herausragende Figur lebend zu fassen, um sie vor ein ordentliches Gericht zu stellen! Unfähigkeit oder Verschleierung der Wahrheit, Propaganda? Damit hat man wieder einmal allen Verschwörungstheoretikern genug Argumente gegeben, an all dem zu zweifeln, was uns hier vermittelt werden soll: Wen hätte man vor ein ordentliches Gericht stellen können, wenn ObL schon längst tot ist?

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