Kritik
Merkel unter Druck

Angela Merkel hat es im Augenblick nicht leicht. Kritik hagelt von allen Seiten auf die Bundeskanzlerin. Selbst im bürgerlichen Lager schwindet die Zustimmung für die Unionsparteien. Auch die Junge Union zeigt sich unzufrieden.

HB BERLIN/WIESBADEN/DORTMUND. Die Unionsparteien haben nach Studien mehrerer Meinungsforschungsinstitute zunehmend Probleme, den harten Kern der konservativen Wähler anzusprechen. TNS Emnid kommt nach einem am Samstag vorab veröffentlichten Bericht der „Wirtschaftswoche“ in einer Analyse für den CDU-Wirtschaftsrat zu dem Ergebnis, dass innerhalb der Wirtschaft mittlerweile 49 Prozent der Befragten die Arbeit der Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel als negativ bewerten. „Selten verbreitete ein Start größeren Optimismus. Selten wurde aber auch eine Politikeuphorie schneller enttäuscht“, zitierte das Magazin am Samstag Emnid-Chef Klaus Peter Schöppner aus seinem Papier für den Wirtschaftsrat.

Als alarmierend für die Union werten die Meinungsforscher eine wachsende Unzufriedenheit bürgerlicher Wähler mit der Politik der unionsgeführten Regierung in Bereichen der Wirtschaftspolitik. Während 59 Prozent die Familienpolitik, 36 Prozent die Bildungs- und Forschungspolitik und 30 Prozent die Föderalismusreform unterstützten, seien mit der Energiepolitik nur 13 Prozent, mit den Sozialabgaben elf Prozent und mit der Steuerpolitik nur acht Prozent zufrieden, berichtet das Blatt. „Je wichtiger das Politikfeld für die Zukunft Deutschlands, desto schlechter das bisher Erreichte“, wird Schöppner zitiert. Das Institut Forsa ermittelte der „Wirtschaftswoche“ zufolge einen Abwanderungstrend von Unionswählern hin zur FDP. Ein Jahr nach der Bundestagswahl würden nur noch 62 Prozent der damaligen CDU-Wähler erneut die Partei Merkels wählen. Zehn Prozent würden zur FDP wechseln und weitere zehn Prozent nicht wählen gehen.

Nach einer Forsa-Umfrage ist Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) für die Bundesbürger der Reservekanzler Nummer 1 innerhalb der Union. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, dass sich 33 Prozent der Deutschen Wulff als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschen, falls die große Koalition scheitern sollte. Nur 13 Prozent sprechen sich für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) aus, mit je zwölf Prozent folgen die Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens und Bayerns, Jürgen Rüttgers (CDU) sowie Edmund Stoiber (CSU). Am beliebtesten ist Wulff unter den FDP-Anhängern mit einer Zustimmung von 55 Prozent. Bei den CDU/CSU-Wählern wünschen sich ihn 43 Prozent als Kanzlerkandidaten. Gute Werte erhält Wulff auch als Ministerpräsident. 62 Prozent der Niedersachsen sind mit der Arbeit des Christdemokraten zufrieden, unter den SPD-Anhängern sind es 56 Prozent. Bei einer Landtagswahl läge die CDU mit 44 Prozent weiterhin klar vor der SPD. Forsa erstellte die repräsentative Studie laut „Focus“ in der vergangenen Woche.

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