Kritik von Migrantenverbänden
Integrationsgipfel ohne Perspektive

Lehrstellen bleiben unbesetzt, trotzdem finden Migranten keinen Ausbildungsplatz. Wie kann man das ändern, fragen sich Kanzlerin und Dutzende von Experten beim 7. Integrationsgipfel. Klare Lösungsansätze haben sie nicht.
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erlinDie Berufschancen für Jugendliche aus Migrantenfamilien müssen dringend verbessert werden - da sind sich die Bundesregierung und die Migrantenverbände einig. Doch über das Wie wird noch gestritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich am Montag zum Abschluss des 7. Integrationsgipfels der Bundesregierung dagegen aus, Arbeitgebern ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren vorzuschreiben, damit Menschen mit ausländischen Namen nicht diskriminiert werden. Merkel sagte, es sei besser, ein Umdenken bei den Personalchefs zu erreichen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass zum Beispiel ein Bewerber mit türkischem Namen im Schnitt mehr Bewerbungen losschicken muss, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als ein Jobsuchender mit deutschem Namen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Türkische Gemeinde in Deutschland forderten öffentliche Arbeitgeber und Unternehmen deshalb am Montag auf, anonymisierte Bewerbungsverfahren einzuführen. Dieses Verfahren, bei dem die Herkunft und das Geschlecht des Bewerbers nicht erkennbar sind, soll für Chancengleichheit sorgen. Die Mehrheit der Arbeitgeber lehnt das jedoch ab.

In Deutschland hat jeder fünfte Bürger ausländische Wurzeln - das sind etwa 16 Millionen Menschen. Die größten Gruppen sind Menschen türkischer und polnischer Herkunft. Mehr als die Hälfte der Migranten hat die deutsche Staatsangehörigkeit.

Deutschland

Anzahl der Ausländer in Deutschland nach Herkunftsland

Stand: 31. Dezember 2012


Bei Bildung, Ausbildung und Zugang zum Arbeitsmarkt sind Ausländer im Vergleich zu Deutschen zum Teil noch deutlich im Hintertreffen. So bleiben beispielsweise 30,5 Prozent der jungen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ohne Berufsabschluss - dreimal so viele wie junge Erwachsene mit deutschem Pass (10,9 Prozent).

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sagte, es sei wichtig, jungen Menschen mit Migrationshintergrund und auch ihren Eltern „den hohen Stellenwert der Ausbildung in Deutschland“ näherzubringen. Die hohen Abbrecherquoten zeigten, dass ein Studium nicht für jeden der richtige Weg sei.

Viele der 350 Ausbildungsberufe seien Migranten bisher gar nicht bekannt. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer mahnte: „Am Ende des Tages werden wir als Deutschland das Thema Fachkräftemangel nur hinbekommen, wenn wir es schaffen, jeden Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Vor den Beratungen im Kanzleramt hatten Merkel und Özoguz am Vormittag einen Ausbildungsbetrieb in Berlin besucht - die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Das Unternehmen wirbt aktiv um Lehrlinge aus Zuwandererfamilien. Im vergangenen Jahr hatten fast ein Drittel der Auszubildenden dort einen Migrationshintergrund.

Das Treffen im Kanzleramt war bereits das siebte dieser Art. Merkel hatte das Thema Integration 2006 zur Chefsache gemacht und damals zum ersten Gipfel eingeladen. Kritiker beklagen, die Veranstaltung liefere zu wenig konkrete Ergebnisse und habe nur Symbolcharakter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kritik von Migrantenverbänden: Integrationsgipfel ohne Perspektive"

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  • Herr Jens Muche,
    Zustimmung.
    Die poln. Juendlichen haben keine Probleme, die Vietamesen auch nicht usw.
    Und was sit mit unsren Jugendlichen, die keine Ausbildung haben?
    Wer kümmert sich um die?
    Es wird Zeit, dass es auch einen Deutschen-Gipfel gibt, aber Deutsche sind nur noch Bürger 2, Klasse

  • Klaus HOfer,
    bin absolut Ihrer Meinung.
    Mir gehen die ständigen Forderungen dieser Klientel gewaltig auf die Nerven.
    Zuwanderer müssen sich mal endlich selbt integrieren

  • Seltsam ist doch, daß sich dieser „Integrationsgipfel“ ausschließlich um die dreht, die diesem Land die meisten Probleme bereiten, türkische Muslime. Ich habe noch nie von anderen Zuwandergruppen gehört, die ähnliche oder gleiche Probleme haben sich in einer ihnen fremden Gesellschaft zurecht zu finden, sich anzupassen und einzubringen.

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