Kritische Aufsicht notwendig
Grüne wollen Vorstandschefs den Wechsel in den Aufsichtsrat verbieten

Die Grünen wollen ausgeschiedenen Vorständen gesetzlich verbieten, in den Aufsichtsrat ihres Unternehmens zu wechseln.

BERLIN. "Wir brauchen eine klare Trennung zwischen der Exekutive des Unternehmens und denen, die sie im Aufsichtsrat kontrollieren und personell aufstellen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Ex-Parteichef Fritz Kuhn, dem Handelsblatt. "Als Vorstandschef verfolgt man eine bestimmte Geschäftspolitik, entscheidet über Investitionen und so fort. Dann scheidet man aus, bestimmt meist selbst noch einen Nachfolger, der die Linie fortsetzen soll. Dann kontrolliert man letztlich die eigene Geschäftspolitik im Aufsichtsrat. Das schwächt die notwendige kritische Aufsicht, denn dazu gehört auch Distanz."

Der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz ist unter deutschen Konzernlenkern inzwischen gängige Praxis: 16 der 30 Dax-Aufsichtsräten sitzt ein früheres Vorstandsmitglied vor. Eine mehrjährige Wartepause vor der Übernahme des Aufsichtsratsmandats, wie es die EU-Kommission anstrebt, reicht Kuhn nicht aus: "Eine Wartepause einzubauen, mindert die Probleme, aber wäre nicht konsequent."

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