Kritk der Anwälte
Entscheidung über Motassadeq wieder vertagt

Seine Entscheidung über eine Haftentlassung des mutmaßlichen Terrorhelfers Mounir El Motassadeq hat das Hanseatische Oberlandesgericht erneut vertagt. Eine Gerichtssprecherin teilte in Hamburg mit, die Entscheidung werde nun vermutlich an diesem Mittwoch fallen.

HB HAMBURG. Die Motassadeqs Anwalt Josef Gräßle-Münscher zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass sein Mandant frei kommt. Zugleich kritisierte er die bisherigen Hamburger Terrorprozesse. Beweismaterial und Zeugen seien einseitig ausgewählt und die Verfahren politisch motiviert, sagte er dem Magazin „Stern“. Die USA hielten wichtige Erkenntnisse über El Kaida zurück.

Der 30 Jahre alte Marokkaner Motassadeq war im weltweit ersten Prozess um die Anschläge vom 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte den Schuldspruch gegen Motassadeq Anfang März in einer Revisionsentscheidung aufgehoben und nach Hamburg zurückverwiesen.

Bei dem vorausgegangenen Haftprüfungstermin am vergangenen Freitag hatte die Bundesanwaltschaft überraschend neue Beweise vorgelegt, die Motassadeq seinen Verteidigern zufolge entlasten. Dabei handele es sich um einen abgefangenen Brief und ein mitgeschnittenes Telefonat des flüchtigen Terrorverdächtigen Said Bahaji.

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