Kubicki wirbt für Ex-Finanzminister

Steinbrück-Buch nährt Ampel-Spekulationen

Ausgerechnet Kubicki hält die Laudatio für eine weitere Biografie über Steinbrück - und erklärt ihn forsch zum Kanzlerkandidaten der SPD. Vor einem Koalitionsangebot schreckt der FDP-Mann aus dem Norden aber doch zurück.
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Ex-Finanzminister Peer Steinbrück beim Zukunftskongress der SPD-Bundestagsfraktion. Quelle: dpa

Ex-Finanzminister Peer Steinbrück beim Zukunftskongress der SPD-Bundestagsfraktion.

(Foto: dpa)

BerlinDer FDP-Politiker Wolfgang Kubicki ist so etwas wie ein Wiederholungstäter. Schon im Sommer hatte er der FDP eine Koalition mit SPD und Grünen unter einem SPD-Kanzler Peer Steinbrück nach der Bundestagswahl an Herz gelegt und seine Parteispitze damit in Aufruhr versetzt. Da kommt es nicht überraschend, dass er als Laudator bei der Präsentation einer Biografie über den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück noch einmal nachlegt.

Der als Querulant bekannte schleswig-holsteinische Fraktionschef findet nicht nur lobende Worte für Steinbrück, sondern redet an diesem grauen Montag in der Hauptstadt seiner Partei ein Stück weit ins Gewissen. Dass führende FDP-Politiker erklärt hätten, mit den Sozialdemokraten sei keine Zusammenarbeit möglich, halte er „schlicht und ergreifend für Nonsens“.

Mit genüsslicher Genugtuung reagiert Kubicki daher auf Äußerungen von Entwicklungsminister Dirk Niebel, der in einem Interview eine Ampel-Koalition der FDP mit SPD und Grünen im Bund nicht ausschließt. Die FDP wolle zwar das Bündnis mit der Union nach der Wahl fortsetzen. „Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter“, sagte Niebel. Auch in anderen Parteien gebe es „gute Politiker mit guten Ideen“.

Kubicki kann darüber nur schmunzeln. Als er im Juli für ein Ampelbündnis mit einem Kanzler Steinbrück warb, schoss die Parteiführung dagegen und verwies auf Differenzen mit SPD und Grünen in zahlreichen Politikfeldern. Einige warfen dem Quälgeist von der Förde gar parteischädigendes Verhalten vor. „Da kann man sehen, in welcher Geschwindigkeit Bewusstseinsbildung stattfindet in Berlin“, sagt Kubicki, der vielen als Seismograph für die Stimmung in der Partei gilt.

Die Wähler der FDP könnten es am allerwenigsten akzeptieren, wenn ihre Partei auf Opposition setze. „Sie erwarten Einflussnahme.“ Die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen seien auch deswegen so gut gelaufen, weil er und Christian Lindner vorher kein Bündnis ausgeschlossen hätten. Daher gelte auch für den Bund: „Wer uns zu unserer Mehrheit verhilft, ist doch völlig egal.“ Koalitionen seien in erster Linie Mehrheitsbeschaffer.

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8 Kommentare zu "Kubicki wirbt für Ex-Finanzminister: „Peer ist der bessere Kanzler, nicht die bessere Kanzlerin“"

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  • Haben Sie bereits getan, denn Sie haben reagiert.

  • Verstehen tut das auch Mutti und das Handelsblatt nicht.
    Das läßt doch hoffen.

  • Nur gut dass man sie überhaupt nicht kennen, geschweige ihre Ergüsse zur Kenntniss nehmen muß.

  • Richtig, man kann nur davor warnen, die SPD zu wählen, bevor sie ihren Kanditaten bestimmt hat.

    Steinbrück, bezahlt von Steuergeldern, fehlt regelmäßig in Bundestag, um sich mit Vorträgen die eigenen Taschen zu füllen!!!

    Steinbrück und die HRE! Seltsamerweise "rettet" er die Bank Stunden nach dem Auslaufen der privaten Haftung mit Milliarden von Steuergeldern!!!

    Steinbrück gehört zu käuflichen Politikern á la Clement, Riester, Schröder, Westerwelle, Rösler und viele andere mehr !!!

    HARTZ IV ist ein Produkt von Rot/Grün mit der starken Beeinflussung durch die CDU/CSU und FDP!!!

  • "Peer ist der bessere Kanzler, nicht die bessere Kanzlerin". Um der Logik Genüge zu tun, kann Herr Kubicki mit dem Kanzler männlichen Geschlechts, zu dem Herr Steinbrück ins Verhältnis gesetzt besser ist, nur Herrn Schröder meinen oder dessen ebenfalls männlichen Vorgänger Herrn Kohl, wenn er nicht noch weiter zurück bis zu den Herren Schmidt und Brandt gehen will. Herr Steinbrück ist also nach Meinung des Herrn Kubicki besser als die Herren Schröder und Kohl, etc.
    Da Herr Steinbrück zweifelsfrei männlichen Geschlechts ist, kann er auch keine Kanzlerin werden und somit auch nicht mit der gegenwärtigen Kanzlerin verglichen werden, da keine Geschlechtsgleichheit vorliegt.
    Die Frage,ob ein zukünftiger Kanzler Steinbrück besser ist als eine gegenwärtige Kanzlerin Merkel hat Herr Kubicki nicht beantwortet, was sein Vergleich mit den Kanzlern Schröder oder Kohl soll, bleibt sein Geheimnis. LOL

  • Peer Steinbrück ist zumindest der einzige deutsche Politiker, der die komplizierte Politik mit einfachen Worten erklären kann und trotzdem nicht verstanden wird.

  • ha ha ha,l seit wann hat der dumme Wähler das denn zu entscheiden???

    +++ juno 2011 ++++

    Manchmal treten Vorhersagen schneller ein als man sie erwartet. Die langjährige Beobachtung zeigt nämlich, Politiker die bei der Bilderberg-Konferenz teilnehmen machen sehr oft einen steilen Aufstieg und landen in Führungspositionen. So auch Peer Steinbrück, den wir bei seiner Wanderung vom Paradiso Bergrestaurant als Bilderberg-Teilnehmer fotografieren konnten. Kaum aus St. Moritz zurückgekehrt und von einer Tournee um für sein Buch "Unterm Strich" zu werben, sowie vielen Vorträgen um sich unters Volk zu mischen, will der ehemalige Bundesfinanzminister wieder in die Spitzenpolitik zurückkehren und hat sich als Kanzlerkandidat der SPD angeboten.

    Steinbrück neben Airbus-Chef Thomas Enders:



    Am vergangenen Sonntagabend trat Steinbrück bereits vor die ARD-Kameras und äusserte sich zur Eurokrise und der Situation in Griechenland. Er sagte "Ohne Schuldenerlass wird sich Griechenland aus seinen Kalamitäten nicht befreien können. Ich glaube, dass wir nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über das Wie eines richtigen Schuldenschnitts für Griechenland reden müssen". Dieser schmerzhafte Schritt werde aber nicht ohne Folgen bleiben, sagte er. Man müsse "Kollateral-Effekte" im Blick haben. So dürfte für manche dann betroffene Bank eine Rekapitalisierung nötig werden, so Steinbrück.

    Sagenhaft wie hier die Meinung nicht erfragt sondern gemacht wird. Man erzählt den Deutschen mit angeblichen Umfragen wen sie als Kanzler gut finden sollen. Man versucht Steinbrück als gleichen pragmatischen Politikertypen darzustellen, wie Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, die beide Kanzler wurden, obwohl sie innerhalb der SPD nicht zu den beliebtesten Parteimitgliedern gehörten. Ist ja auch klar warum, sie hatten mit der Sozialdemokratie nichts am Hut, sondern waren Vertreter der Bilderberger und ihrem Programm.

  • Es müsste lauten: "Steinbrück ist weder der bessere Kanzler, noch die bessere Kanzlerin." Vor dieser Feststellung stehen noch die akademischen Fragen: "Wer ist (schon) Kubicki? Muss man den kennen?"

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