Künfitiger Bundesbank-Vorstand
Sarrazin mit herber Kritik an Bankenaufsicht

Der scheidende Berliner Finanzsenator und künftige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat harsche Kritik an der Kontrolle der Bankenbranche geübt. "Die Finanzaufsicht hat krass versagt", sagte Sarrazin bei der Aufzeichnung einer Diskussionssendung des Nachrichtensenders "n-tv", die am Montagabend ausgestrahlt werden sollte.

HB FRANKFURT. Grund dafür sei, dass sie sich in der Vergangenheit um zu viele Details gekümmert habe, statt die große Richtung vorzugeben. In vielen Fällen habe die Bankenaufsicht Fehlentwicklungen in den Instituten nicht vorzeitig bemerkt. "Beamte sind damit auch voll überfordert", etwa wenn sie Wirtschaftsprüfern gegenüberstünden, sagte Sarrazin.

Der SPD-Politiker soll sich in der Bundesbank Berichten zufolge auch um eine Reform der Finanzaufsicht kümmern. Er tritt sein neues Amt im Mai an. Die Aufsicht über die Banken teilen sich in Deutschland derzeit die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

"Die Bundesbank ist ja eine eher kontemplative Veranstaltung", beschrieb Sarrazin seinen neuen Arbeitgeber. In der Geldpolitik gehe es darum, wenige Dinge richtig zu machen, in der Politik darum, in vielen Fällen wenig falsch zu machen.

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