Kundgebungen zum 1. Mai
Verdi-Chef übt scharfe Kritik

Bei einer DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit in Berlin hat Verdi-Chef Frank Bsirske harsche Kritik an Unternehmen und der großen Koalition geübt. „Wohin wir auch schauen, überall wächst der Druck auf Arbeitnehmer“, sagte Bsirske vor Tausenden Kundgebungsteilnehmern und kritisierte Einschnitte bei der sozialen Sicherung, der Arbeitszeit und beim Kündigungsschutz.

HB BERLIN. Bsirske forderte erneut einen gesetzlichen Mindestlohn und Tarifsicherheit im öffentlichen Dienst.

Nach Gewerkschaftsangaben kamen zur Kundgebung vor dem Brandenburger Tor 17 000 Menschen. Die Polizei sprach dagegen von 7 500 Teilnehmern. Die Veranstaltung verlief den Angaben zufolge ohne Zwischenfälle.

Bsirske griff besonders die Rentenpolitik der großen Koalition scharf an. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre in einer Situation anhaltender Massenarbeitslosigkeit „bedeutet nur, dass viele ältere Arbeitnehmer noch zwei Jahre länger arbeitslos sind und noch weniger Rente haben“. Bei einem Bruttoeinkommen von 2 100 Euro und 40 Jahren Beitragszahlung werde eine Rente erreicht, die kaum die Höhe von Sozialhilfe habe. Altersarmut sei die Folge.

Die geplante Mehrwertsteuererhöhung sei eine Konjunkturbremse und belaste insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen, sagte Bsirske weiter. Insgesamt ticke in Deutschland „keine demographische, sondern eine soziale Zeitbombe“.

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