Kundus-Affäre
Zu Guttenberg muss sich in hitziger Stimmung verteidigen

Mit Beginn des Kundus-Untersuchungsausschusses hat sich der Druck auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg weiter verstärkt. Der sprach in einer hitzigen Aktuellen Stunde des Bundestags von einer Situation „nahe am politischen Klamauk“. Doch sogar Regierungspartner FDP hat Fragen an den Minister.
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HB BERLIN. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor der Bundestagswahl von zivilen Opfern, militärischen Fehlern und einer gezielten Tötungsabsicht bei dem Luftangriff von Kundus konkret gewusst - dies aber nicht öffentlich gemacht.

Das wurde am Mittwoch in einer emotional aufgeladenen Fragestunde im Bundestag deutlich. Das Kanzleramt wurde aber erst mit mehreren Tagen Verzögerung über einen Bericht des verantwortlichen Oberst Georg Klein zu dem Angriff mit bis zu 142 Toten und Verletzten informiert. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geriet unterdessen unter neuen Erklärungsdruck.

Regierung und Opposition haben sich in der Aktuellen Stunde im Bundestag gegenseitig schwerwiegende Vorwürfe gemacht. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte die Opposition davor, die Debatte über die Luftangriffe auf zwei entführte Tanklaster in Afghanistan auf dem Rücken der Soldaten auszutragen. Die Opposition legte dem CSU-Politiker den Rücktritt nahe, falls sich herausstellen sollte, dass er gelogen habe.

Guttenberg warf in einer von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochenen Rede der Opposition vor, dass es ihr gar nicht um Information und Aufklärung gehe, „sondern dass wir nahe am politischen Klamauk sind“. Er frage sich, wie man „an einem Tag mit solchem Gebrüll antworten kann, wo ein Soldat schwer verwundet in Kundus liegt“, sagte der Minister. Am Mittwoch erlitt ein Soldat in Kundus bei einem Gefecht mit Aufständischen einen Bauchschuss.

Der SPD-Abgeordnete Rainer Arnold rief Guttenberg zu: „Sie stellen sich nicht vor die Soldaten, Sie verstecken sich mit ihrer heutigen Rede hinter den Soldaten.“ Er fügte hinzu: „Wir haben die Sorge, dass Sie diesem Amt nicht wirklich gewachsen sind.“

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warf Guttenberg „miesen Stil“ bei der Bewältigung der Affäre vor. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte an die Adresse des Ministers: „Mit jedem Auftritt wird die Liste der offenen Fragen, der Widersprüche, Ausflüchte und Ablenkungsversuche länger.“

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Kommentare zu " Kundus-Affäre: Zu Guttenberg muss sich in hitziger Stimmung verteidigen"

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  • Um Sabotageeinsätze mit den Tankwagen zu verhindern,bedurfte es keiner bomben!Es hätten bordwaffen der Flugzeuge genügt! Offensichtlich sollten Menschen getötet werden.Oberst Klein ist als Rambo untragbar!Er trägt die Verantwortung für den Tod von bis zu 202 Menschen!Er ist unfähig eine Truppe zu führen! Das ist meine Meinung.

  • wie unterscheiden sie zivilisten von teroristen ? hat ein zivilist eine ak 74 um den hals ? aber nicht nur schusswaffen sind waffen ,säbel, degen , dolche und sogar taschenmesser mit bestimmten eigenschaften sind waffen. ich verwette meinen freien sontag, sollte auch nur ein zivilist unter den getöteten sein .

  • Es ist langsam unerträglich was da stattfindet, die Opposition macht sich lächerlich, da jeder vernünftige Mensch merkt, das alles nur darauf hinaus läuft, von Guttenberg zu beschädigen.
    Sollen doch bitte Trittin, Künast, Gabriel und Konsorten für eine Woche nach Kabul gehen, sie werden die Hosen so voll haben, das es zum Himmel stinkt. Meine Hochachtung gilt allen die in Afganistan stationiert sind und sich fragen müssen, worum es der Opposition eigentlich geht
    E.M.

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