Kurse sind im Integrationsgesetz vorgeschrieben
Böhmer fordert mehr Geld für Integrationskurse

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat sich für Nachbesserungen bei den Integrationskursen für Ausländer ausgesprochen. Die Qualität der Kurse sei nicht zufriedenstellend, sagte die Staatsministerin im Kanzleramt dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

BERLIN. Den Einwand, der derzeitige Betrag von 2,05 Euro pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde lasse nur Billiganbieter zum Zuge kommen, nehme sie „sehr ernst“, fügte die CDU-Politikerin hinzu. „Wir müssen über die Finanzierung der Angebote sprechen“, sagte sie. Außerdem müssten die Kurse stärker nach Leistungs- und Bildungsniveau der Teilnehmer differenzieren und stärker ans Berufsleben anknüpfen. Die Integrationskurse sind im 2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetz vorgeschrieben.

Böhmer warnte davor, das Thema Integration zu unterschätzen: „Wir wissen aus der Bevölkerungsforschung, dass im Jahr 2010 in vielen deutschen Großstädten die Hälfte der unter 40-Jährigen einen Migrationshintergrund haben werden - also der Gruppe, die ganz entscheidend die Weichen für die Zukunft stellt. Damit reden wir nicht mehr über Mehrheiten und Minderheiten, sondern über eine völlig veränderte Lage.“ Was sich in den großen Städten vollziehe, werde sich „in absehbarer Zeit auf dem Lande fortsetzen“.

Im aktuellen Streit um Einbürgerungstests appellierte Böhmer an die SPD, den Weg für eine bundesweite Einführung solcher Tests freizumachen. Die SPD-regierten Länder müssten erkennen, dass Kurse mit anschließenden Tests „eine Unterstützung und Hilfe sind für diejenigen, die eingebürgert werden wollen.“, sagte die Staatsministerin. „Wer Deutscher werden will, muss nicht jedes deutsche Gemälde kennen.“ Aber Kenntnisse zu deutscher Geschichte und Kultur sowie zu wissenschaftlichen und sportlichen Leistungen Deutscher könne man verlangen. Nach Ansicht Böhmers ist bereits die Debatte über die Tests von großem Wert: „Wir müssen uns auch selbst vergewissern als Deutsche, wo wir eigentlich stehen.“ Die Diskussion sei überfällig: „Wir haben uns über viele Jahre der Frage, was unser Land eigentlich zusammenhält, nur am Rande zugewandt. Jetzt sind wir selbst herausgefordert, uns dieser Frage zu stellen.“

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