Kurt Beck
Der große Kater

Gut zwanzig Minuten hat Kurt Beck geredet. Mit matter Stimme, aber mit entschlossenem Gesichtsausdruck hat er behauptet, die SPD sei „inhaltlich klar aufgestellt“. Kurt Beck ist zurück – und müht sich redlich, die großen Irritationen in der SPD kleinzureden. Die Partei soll wieder zur Ruhe kommen. Doch die eigentliche Botschaft ist der Auftritt selbst.

BERLIN. Beck hat erklärt, das Fünf-Parteien-System verlange eine neue Strategie, und er hat angekündigt, dass zwei Arbeitsgruppen seiner Partei Papiere zu Bahnreform und zu Schuldenbremse erarbeiten wollen.

Nur einmal hat er während des monotonen Vortrags seine Lesebrille aufgesetzt, da zuckt auch schon eine Blitzlichtwelle über ihn hinweg. „Soweit zu meiner Position“, beendet der SPD-Chef seinen Monolog.

Gesagt hat der Mann vor der großen blauen Wand der Bundespressekonferenz im Grunde nichts.

Aber es wäre auch zu viel verlangt gewesen von der in diesen Tagen orientierungslos vor sich herstolpernden SPD, dass ihr Vorsitzender eine klare inhaltliche Linie aufzeigt. Die eigentliche Botschaft von Becks Auftritt ist das Ereignis selbst. Als Eilmeldung haben die Nachrichtenagenturen am Freitag den Termin angekündigt, als handele es sich um einen Überraschungsbesuch des Papstes in Deutschland. „Bild am Sonntag“ hat Beck ganzseitig abgebildet, wie er im heimischen Steinfeld sein Haus in Richtung Berlin verlässt.

Nun sitzt der Pfälzer ungerührt vor der Meute der Haupstadtjournalisten und lässt sich abfotografieren und ausfragen. Der Andrang der Berichterstatter ist größer als zuletzt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Aber es gibt weder einen Rücktritt noch eine Abrechnung mit seinen innerparteilichen Kritikern. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass meine Stimme noch nicht so fest ist. Aber schlussfolgern Sie nicht, dass mein Führungswille ebenfalls geschwächt ist“, sagt Kurt Beck.

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