Kurt Beck
Der König ist in Bedrängnis

Er ist schon seit 1994 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und hat schon manche Krise überstanden. Doch das Nürburgring-Desaster könnte selbst Kurt Beck ins Wanken bringen.
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BerlinDer dienstälteste Regierungschef Deutschlands musste in seiner langen Karriere schon einige Krisen bewältigen. Ob Kurt Beck das Desaster um den Nürburgring unbeschadet übersteht, ist jedoch nicht ausgemacht. Seit fast 18 Jahren lenkt der inzwischen 63-Jährige die Geschicke von Rheinland-Pfalz, seit 24. Oktober 1994 ist der SPD-Politiker Ministerpräsident. Infolge der Insolvenz der Eifel-Rennstrecke rutschen die Werte für die Landes-SPD nun bedrohlich in die Tiefe - und auch die so lange unangefochtene Position Becks steht plötzlich zur Disposition.

Schon bei der Landtagswahl im März 2011 musste das SPD-Urgestein eine bittere Niederlage verkraften. Nach zehn Prozentpunkten Verlust für seine Genossen blieb Beck nur dank der starken Grünen an der Macht. 2006 hatte der Pfälzer noch seinen größten Triumph gefeiert: Die SPD holten die absolute Mehrheit und regierte fünf Jahre lang allein in Mainz. Kurz darauf wurde Beck im Frühjahr 2006 Bundesvorsitzender seiner Partei, nachdem Matthias Platzeck das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hatte.

Beck galt nach seinem Erfolg von 2006 als Hoffnungsträger der SPD, als Mann, der mit seiner Volksnähe Wahlen gewinnen kann. Es folgten aber knapp 30 höchst schwierige Monate an der Spitze der Bundespartei, in denen er auf dem Berliner Parkett nie richtig Fuß fassen konnte. Im September 2008 zog er sich tief gekränkt als SPD-Bundeschef zurück.

In Rheinland-Pfalz blieb Beck trotz seines bitteren Abgangs unumstritten. Der verheiratete Vater eines Sohnes sitzt bereits seit 1979 im Landtag, seit Ende 1993 ist er Vorsitzender der Landes-SPD. Der Wahlkampf 2011 war wieder ganz auf ihn zugeschnitten. Nach langjähriger sozialliberaler Koalition (1994 bis 2006) und fünfjähriger Alleinherrschaft regiert „König Kurt" nun seit Herbst 2011 mit den Grünen.

Kommentare zu " Kurt Beck: Der König ist in Bedrängnis"

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  • Beck und Kohl, sie gleichen sich ein bißchen.Beide absolute Provinzler, wobei das bei Beck noch mehr zu Tage tritt.
    Das dürfte natürlich auch eine Bildungsfrage sein.
    Da hatte natürlich Kohl die besseren Karten
    Nie über den Tellerrand geschaut, in Berlin gescheitert, aber leider enorm von sich überzeugt, jedoch für wirklich knifflige Dinge ganz offenbar eben doch intellektuell nicht geeignet.
    Er soll gehen. Nur, was kommt nach?
    Dr SPD fehlt ja auch der wirklich gute Nachwuchs

  • Ich hatte Herrn Beck schon im Frühjahr angeschrieben und den Vorschlag gemacht, erlauben Sie dort die Errichtung eines Outlet - Einkaufszentrums für einen Investor mit Erfahrung, in den bestehenden Liegenschaften!
    Der bestehenden Hotelerie u. Gastronomie wäre geholfen, die Infrastruktur steht, alles könnte mit überschaubarem Aufwand weiter umgebaut u. genutzt werden.
    Während die Frauen nach Markenartikeln von bekannten Herstellern Umschau halten, könnten deren männliche Begleiter die Fahrzeugaustellung und die Rennstrecke besuchen.
    In Venlo u. Maasmechelen, geben an 362 Tagen im Jahr, unzähliche Deutsche ihr Geld in den Outletcentern aus!
    Leider hat die Staatzkanzlei in Mainz zu diesem Vorschlag mit keiner Silbe reagiert!

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