Kurt Lauk im Interview
CDU-Wirtschaftsrat für Bildungsoffensive

Der Wirtschaftsrat der CDU setzt sich vor allem mit Blick auf den zu erwartenden Fachkräftemangel in Deutschland für eine weitere Bildungsoffensive ein. "Um Bildung und Innovation als Motoren für Deutschlands Zukunft zu stärken, ist eine neue Allianz von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft unabdingbar. Hier dürfen sich die Unternehmer nicht vor der Mitverantwortung drücken", sagte Wirtschaftsrat-Präsident Kurt Lauk dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Alle Bemühungen der Politik und der Wissenschaft seien zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht in wirtschaftlicher Praxis ihre Mitwirkung und Anwendung finden, sagte Lauk weiter. In einem Strategiepapier, das dem Handelsblatt vorliegt, fordert der CDU-Wirtschaftsrat auch betriebliche Bündnisse für Weiterbildung.

Nach Einschätzung des Wirtschaftsrats droht der Mangel an Fachkräften und Ingenieuren zur größten Wachstumsbremse für Deutschland zu werden. Die bestmögliche Qualifizierung der Menschen und die Schaffung einer breiten Basis für Innovationen sollten deshalb höchste Priorität haben.

Kritik übt der Wirtschaftsrat in seinem Bildungspapier vor allem an der mangelnden Weiterbildung von Arbeitnehmern. Demnach bringt es in Deutschland jeder Beschäftigte im Durchschnitt lediglich auf zehn Stunden Weiterbildung pro Jahr, in Frankreich, Dänemark oder der Schweiz sind es laut Wirtschaftsrat doppelt so viele Stunden. Gerade ältere Arbeitnehmer schreckten vor einer weiteren Qualifizierung zurück, nur 27 Prozent der Beschäftigten über 54 Jahre hätten demnach im vergangenen Jahr an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Bei den jüngeren Arbeitnehmern waren es immerhin noch 41 Prozent.

Vor diesem Hintergrund spricht sich der CDU-Wirtschaftsrat für eine Vereinbarung von konkreten Weiterbildungsplänen in betrieblichen Bündnissen aus. Nach Ansicht des Wirtschaftsrats müssten die Arbeitnehmer ihren Anteil zur Sicherung ihrer eigenen beruflichen Zukunft tragen. Die im internationalen Vergleich langen Urlaubszeiten böten Spielraum, diese Zeit auch in einem angemessenen Anteil für berufliche Weiterbildung zu nutzen. "Der Arbeitnehmer investiert durch Urlaubstage, der Arbeitgeber investiert durch die Übernahme der materiellen Kosten", sagte Wirtschaftsrat-Präsident Lauk. Zur Qualitätssicherung sollten sich Weiterbildungs-Anbieter freiwillig in einem Zertifizierungsverfahren transparenten und strengen Kriterien unterwerfen.

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