Kurzschlussreaktion befürchtet
Seehofer hofft weiter auf CSU-Parteivorsitz

CSU-Vize Horst Seehofer gibt sich optimistisch. Auch nach der öffentlichen Abrechnung seiner Ex-Geliebten glaubt er an seine Chance auf den Parteivorsitz. Über sein Ergebnis auf dem CSU-Parteitag Ende September würden sich „einige noch wundern", sagte er. Wundern, könnte sich allerdings Seehofer selbst, glaubt man seinen Parteifreunden.

HB MÜNCHEN. Er sei es gewohnt, in der eigenen Partei mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Die Wahrheit aber liege „in der Wahlurne“, sagte Seehofer dem "Focus". „Der Zug rollt, und er wird den Bahnhof auch erreichen.“ Neben Seehofer bewerben sich um den CSU-Vorsitz der favorisierte Wirtschaftsminister Erwin Huber und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, der keine Chancen eingeräumt werden.

Seehofer hatte sich vor kurzem für seine Ehefrau und gegen seien Geliebte Anette Fröhlich entschieden, die inzwischen von ihm ein Kind bekommen hat. Die 33-Jährige hatte in der Illustrierten „Bunte“ unter anderem bedauert, dass der Bundesagrarminister ihr seine Entscheidung nur am Telefon und nicht in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt hat.

Nach Informationen des „Focus“ fürchten einige CSU-Politiker, Seehofer könnte bei der Kampfabstimmung auf dem Parteitag von Huber derart vernichtend geschlagen werden, dass eine Kurzschlussreaktion wie die Verweigerung des Vizepostens nicht auszuschließen sei. Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard sagte, die Unterstützung für Seehofer schwinde und sei „kaum noch messbar“.

Nach Informationen des „Focus“ sind bereits zwei Münchner Minister aus Furcht vor einer zu klaren Niederlage für Seehofer an Delegierte herangetreten, um herauszufinden, ob diese nicht doch eventuell „den Horst unterstützen könnten“. Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Ingo Friedrich sagte dem Magazin, Seehofer müsse auch nach dem Parteitag zum Wohle der CSU unbeschädigt weiterarbeiten können: „Wir brauchen auch nach der Wahl beide: Erwin Huber und Horst Seehofer.“

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