Ladestationen in Bundesministerien Anschluss für E-Autos verzweifelt gesucht

Die Bundesregierung will Elektroautos nach vorn bringen, geht dabei aber selbst nicht mit gutem Beispiel voran. In den Ministerien sind frei zugängliche Stromtankstellen Mangelware. Ein Armutszeugnis, finden die Grünen.
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Der Bund lässt sich Stromtankstellen einiges kosten, um Elektro-Autos für Käufer attraktiver zu machen. Aber er selbst geht nicht mit gutem Beispiel voran. Quelle: dpa
Thüringer setzen kaum auf Elektroautos

Der Bund lässt sich Stromtankstellen einiges kosten, um Elektro-Autos für Käufer attraktiver zu machen. Aber er selbst geht nicht mit gutem Beispiel voran.

(Foto: dpa)

BerlinEs kommt nicht so oft vor, dass Entscheidungen der EU-Kommission in Berlin ohne jeden kritischen Ton aufgenommen werden. Das Ja Brüssels zum deutschen Förderprogramm für den Aufbau von Stromtankstellen für Elektroautos ist so ein Fall. Entsprechend positiv reagierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). „Damit geben wir den Autofahrern das Vertrauen, dass sie ihre Fahrzeuge überall und jederzeit aufladen können“, sagte der Minister kürzlich.

Überall und jederzeit stimmt aber nicht ganz. Schon bei den Ministerien der Bundesregierung geht Dobrindts Versprechen ins Leere. Denn nur sein Verkehrsministerium unterhält öffentlich zugänglichen Stromtankstellen für Elektroautos, alle anderen Ressorts nicht, wie aus einer dem Handelsblatt vorliegenden Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Frage des Vizechefs der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, hervorgeht.

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
Unter Strom
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Die Zukunft fährt elektrisch. In einer Studie hat das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach die elektrischen Strategien untersucht. Insbesondere die deutschen Hersteller müssen nun die Aufholjagd starten, sagen die Wissenschaftler. Was die Konzerne planen – und wie viel elektrische Autos sie in Deutschland verkaufen.

GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

Toyota – der skeptische Weltmarktriese
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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

PSA (Peugeot und Citroen) – Franzosen mit Nachholbedarf
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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

Geely (Volvo) – Schwedischer Herzschlag
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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Demnach befinden sich zum Stichtag 1. März 2017 lediglich in Dobrindts Geschäftsbereich öffentliche Ladesäulen. Am Standort Bonn können vier solcher Stromtankstellen genutzt werden, am Standort Berlin befinden sich vier „teilöffentliche Ladesäulen für Gäste“. Darüber hinaus, heißt es in der Antwort weiter, befänden sich „in nahezu allen Bundesministerien betriebsinterne und Mitarbeiter-Ladeeinrichtungen“. Diese könnte jedoch aus Sicherheitsgründen nicht der Öffentlichkeit zum Laden ihrer Elektrofahrzeuge angeboten werden.

Der Grünen-Politiker Krischer reagierte darauf mit Unverständnis. Bis 2020 wolle die Bundesregierung eine Million Elektroautos auf den Straßen haben, doch bis heute seien gerade einmal knapp 25.000 E-Autos unterwegs. Das liege nicht zuletzt auch an der fehlenden E-Ladesäuleninfrastruktur. „Umso unverständlicher ist, dass die Bundesregierung selbst nicht mit gutem Beispiel vorangeht“, sagte Krischer dem Handelsblatt. Lediglich ein Bundesministerium habe Ladesäulen für Gäste. „Das ist ein Armutszeugnis für die Vorbildfunktion beim Thema Elektromobilität für CDU/CSU und SPD.“

Dabei lässt sich der Bund Stromtankstellen einiges kosten, um Elektro-Autos für Käufer attraktiver zu machen. Nach grünem Licht der EU-Kommission startete der Bund kürzlich ein 300 Millionen Euro umfassendes Förderprogramm für den Aufbau von 15.000 Ladesäulen in ganz Deutschland. Seit 1. März können Kommunen und private Investoren Anträge stellen.

„Durch das Förderprogramm werden Elektrofahrzeuge attraktiver“
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1 Kommentar zu "Ladestationen in Bundesministerien: Anschluss für E-Autos verzweifelt gesucht"

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  • Als Wenigfahrer wäre ein E-Fahrzeug für mich ideal .
    Aber , die günstigste Variante wäre zur Zeit :
    E-Auto Preis: 23.000 + 70,00 monatlich für die leeren Batterien , wobei ich nicht weiß , wie lange es bei den 70,00€ bleibt.

    Für 70,00€ monatlich wird mir ein neues Benzin Fahrzeug angeboten, ohne Anzahlung. Nutzungsdauer und Preis, 6 Jahre fest . Was mache ich ?

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